Das Basler Tramnetz wird ausgebaut

Das Basler Tramnetz wird ausgebaut

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: flickr.com, Maria Keays, CC

Die Basler Regierung hat die Weichen gestellt für den weiteren Ausbau des Tramstreckennetzes. Im Vordergrund steht die neue Tramlinie für das Wettsteinquartier – Grund: die Ausbaupläne des Pharmakonzerns Roche.

Quelle: 
flickr.com, Maria Keays, CC
Die neuen Arbeitsplatz- und Wohngebiete in Basel sollen gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden

Drei neue Tramstrecken plant die Basler Regierung: die 1,9 Kilometer lange Linie Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse, die 600 Meter lange Verbindung durch den Claragraben und den 1,6 Kilometer langen Abschnitt Klybeck-Kleinhüningen.

Zuoberst auf der Prioritätenliste steht die neue Strecke Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse mit Anbindung der Bahnhöfe SBB, Badischer Bahnhof und St. Johann. Diese Linie für das Wettsteinquartier weist laut der Regierung von allen Projekten den höchsten Gesamtnutzen aus. Sie führt zu kürzeren Reisezeiten und mehr Direktverbindungen, von denen nicht nur die Angestellten von Roche profitieren können, sondern auch die Quartierbewohner.

An Bedeutung gewonnen hat die Strecke Klybeck-Kleinhüningen mit Blick auf neue Nutzungen für das Klybeck-Areal. Mit den derzeitigen Eigentümern Novartis und BASF wird nun die Linienführung abgeklärt. Das Tram soll dort dereinst als Motor und Impulsgeber für eine nachhaltige Stadtentwicklung dienen. Die neue Strecke durch den Claragraben ist vor allem auch für die Entlastung der Innerstadt wichtig.

Für die drei Tramstrecken werden nun Vorstudien erstellt. Für mindestens zwei davon will die Regierung darauf Anfang 2016 Vorprojekte ausarbeiten lassen. Diese sollen beim Bund für das Agglomerationsprogramm der dritten Generation angemeldet werden. Der Bund steuert mit Mitteln aus dem Agglomerationsfonds bis zur Hälfte an die Kosten nachhaltiger Verkehrs- und Siedlungsprojekte in urbanen Räumen bei. Die Realisierung ist für den Zeitraum von 2019 bis 2022 geplant.

Hohe Priorität hat für die Regierung auch die neue Tramlinie über die Johanniterbrücke. Sie soll dereinst die Buslinie 30 vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof ablösen. Gemäss Abklärungen braucht es für diese Tramlinie keinen neuen Übergang über den Rhein braucht. Es reiche, die bestehende Johanniterbrücke zu verstärken. Als Nächstes soll nun die Linienführung geklärt werden.

Grundlage für den Ausbau des Tramnetzes bildet eine strategische Planung, die auf dem Gebiet des Kantons Basel-Stadt zunächst 13 neue Abschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 11,5 Kilometern vorsah. Das Erlenmatt-Tram als eine dieser neuen Teilstrecken wurde inzwischen gestrichen, weil das Volk das Projekt im Mai 2014 abgelehnt hatte. Für die Umsetzung des Plans hatte der Basler Grosse Rat 2012 eine Rahmenausgabenbewilligung von 350 Millionen Franken erteilt. Davon sind bereits 34 Millionen Franken verbraucht: 25,4 Millionen für die Verlängerung der Tramlinie 3 nach Saint-Louis sowie 8,6 Millionen für den Margarethenstich. (sda/stg)