Damit das Wasser weiter fliesst

Damit das Wasser weiter fliesst

Gefäss: 

Obwohl sich das Wasser in der Schweiz kaum verknappen wird, ist die Wasserversorgung eine wichtige Aufgabe. Damit Trink- , Brauch- und Löschwasser auch künftig zuverlässig fliessen, müssen die Verantwortlichen Ressourcen und Infrastrukturen umsichtiger planen und nutzen. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in einer Studie.

Seit dem trockenen und heissen Sommer 2003 geht in der Schweiz das Gespenst des Wassermangels um. Sei es nun, dass das Trinkwasser knapp werden könnte oder dass die Bauern zu wenig Wasser zur Verfügung haben könnten, um Felder und Obstanlagen zu bewässern. Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie „Sichere Wasserversorgung 2025“ des Bafu zeigt, ist in einem Jahrhundertsommer nicht die Wasserknappheit sondern, sondern die Verteilung und das Management des Wassers ausschlaggebend. Die Wasserversorgung sei vielmehr Aufgabe als Problem, halten die Autoren fest.

Für die Studie liess das Bafu drei Szenarien entwickeln: Das erste basiert auf einer schweren Wirtschaftskrise. Das zweite entspricht mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung und einem Bevölkerungswachstum um 10 Prozent bis 2025 den heutigen Annahmen. Im dritten blüht die Wirtschaft, während das Umweltbewusstsein gering ist. Gerechnet wurde bei allen dreien mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Klimawandel. Das heisst mit trockenen Phasen, mit durch Naturgefahren gefährdeten Anlagen und einer Wiederverkeimung des wärmer werdenden Wassers. Unterschiedlich gewichtet wurden hingegen andere Risiken, etwa ein schlechtes Management der für die Wasserversorgung wichtigen Infrastrukturen. Den Ausschlag gab die dem jeweiligen Szenario zugrunde liegende Wirtschaftslage.

Renaturierungen und Siedlungen im Clinch

Eine weitreichende Wasserknappheit ist bis 2025 zwar mit keinem Szenario zu erwarten. Doch damit Wasser in guter Qualität und ausreichend vorhanden ist, braucht es ein besseres Management von Ressourcen und Infrastrukturen. Laut der Studie stehen Behörden und Wasserversorger dabei vor vier Herausforderungen: Der Zielkonflikt zwischen Renaturierungen auf der einen und den Bedürfnissen der Landwirtschaft und den wachsenden Siedlungs- und Verkehrsflächen auf der anderen Seite ist eine davon. Eine zweite ist die Abhängigkeit von verletzlichen Ressourcen, etwa wenn das Wasservorkommen dicht unter der Bodenoberfläche liegen. Als dritte Herausforderung erachten die Studienautoren den Umstand, dass Wasserversorgungen wegen mangelnder regionaler Koordination nicht genügend vernetzt sind. Fehlender Unterhalt und fehlende Planung von Infrastrukturen bilden die vierte Herausforderung. Als Gründe werden ungenügende Ausbildung der Verantwortlichen und zu wenig verfügbares Geld genannt.

Die Studie empfiehlt als Massnahme, ein Inventar der wichtigsten Trinkwasserressourcen zu erstellen, eine Prognose zum künftigen Wasserbedarf und Prioritäten für die Nutzung des Wassers. Gemeinden und Kantone sollen Grundwasserschutzzonen festlegen und allenfalls Nutzungsbeschränkungen erlassen, etwa für das Ausbringen von Gülle.

Infrastrukturen langfristig erhalten

Um die Versorgung besse5r zu sichern, schlagen die Studienautoren vor, dass Gemeinden ihre Wasserressourcen vernetzen. Um nach Naturkatastrophen den Schaden zu minimieren, sollte für jede Wasserquelle abgeklärt werden, ob sie besonderen Gefahren ausgesetzt ist und wie sie sich schützen lässt. Und schliesslich wird empfohlen, die Infrastruktur für die Wasserversorgung zu pflegen: Um den Wert der Wasserversorgungsinfrastruktur langfristig zu erhalten, sollen Kantone eine kantonales Gesamtkonzept und eine Wirtschaftlichkeitsanalyse erstellen, damit die Infrastrukturen langfristig geplant werden können. Gemeinden und Wasserversorgern rät die Studie den baulichen Zustand der entsprechenden Anlagen aufzunehmen und eine systematische Anlagebuchhaltung zu führen. (mai/sda)