CO2-frei mit 800 Erdsonden

CO2-frei mit 800 Erdsonden

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Teaserbild-Quelle: Amstein + Walthert AG
Auf dem Hönggerberg wird ein Pionierprojekt realisiert: Zukünftig soll die Abwärme der Gebäude auf dem Campus Science City im Sommer über 800 Erdsonden im Boden gespeichert werden. Im Winter wird dieselbe Wärme zum Heizen genutzt. Für dieses Projekt erhielt die ETH nun einen Preis.
Amstein + Walthert AG
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Amstein + Walthert AG
Die Erdwärmesonden werden mit Sammelleitungen zusammengefasst, die dann in das Ringsystem der ETH führen.
 
Die ETH Zürich wurde mit dem Preis des Internationalen Netzwerks für einen nachhaltigen Campus (ISCN) im Bereich exemplarische Bauprojekte ausgezeichnet. Grund ist der Erdspeicher der Hochschule, mit sich dem der Campus bis 2025 CO2-frei machen will. Die Idee des Mechanismus ist einfach und raffiniert zugleich: Auf dem Campus Hönggerberg gibt es einige Gebäude, die während des gesamten Jahres Energie in Form von Abwärme abgeben. Früher verpuffte diese Energie einfach, heute wird sie mit Hilfe von wassergefüllten Erdsonden im Boden eingelagert und im Sommer zum Heizen benutzt. Im Sommer kehrt man den Prozess um, indem man das Wasser der Erdsonden zum Kühlen des Gebäudes nutzt. Der Erdspeicher ist also eine Art Batterie, die saisonal auf- und entladen wird.
 

Gut zum Heizen und zum Kühlen

Die Wassertemperaturen in den Leitungen des Systems schwanken zwischen 4 und 20 Grad. Während man die Räume mit diesen Temperaturen direkt kühlen kann, müssen Gebäude, die beheizt werden sollen, durch die am Erdspeichersystem angeschlossenen Wärmepumpen versorgt werden. Das Wasser im Erdspeicher ist aber dank der Wärme im Sommer relativ heiss, weshalb die Pumpen einen hohen Wirkungsgrad erzeugen können. Mit anderen Worten: Es braucht nur wenig zusätzlichen Strom, um die Gebäude zu beheizen.
 

230 von 800 Erdsonden verlegt

Im April wurden die ersten drei Gebäude am neuen Erdspeichernetz angeschlossen. Von den rund 800 Erdsonden liegen bereits 230 im Boden. Zudem wurden zwei Unterstationen gebaut, in denen die Gebäudetemperatur gesteuert wird. Insgesamt sind sieben bis neun örtlich getrennte, miteinander vernetzte Erdspeicherfelder geplant, die bis 2025 fast 90 Prozent der Gesamtenergie zum Heizen und Kühlen erzeugen sollen. Das Projekt kostet rund 37 Millionen Franken. (ffi/mgt)