Chinesen wollen Londoner Crystal Palace aufbauen

Chinesen wollen Londoner Crystal Palace aufbauen

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Für zweites Bild auf obenstehende Illiustration klicken.
Zu seiner Zeit dürfte er eines der grössten Stahl- und Glasbauwerke gewesen sein: Der Londoner Crystal Palace überdachte eine Fläche von 80'000 Quadratmetern. Nachdem er vor rund 90 Jahren abbrannte, will ihn nun eine chinesische Immobilienfirma wieder aufbauen.
 
 
 
Alles begann vor über 160 Jahren: Damals wollte die Society of Arts – eine Gruppe britischer Bankiers und Industrieller – in London eine Weltausstellung organisieren, um englische Produkte zu bewerben und um neue Märkte zu erschliessen. Allerdings war die Realisierung der hochfliegenden Pläne harzig: Den Initianten schwebte eine Ausstellungshalle mit einer Grundfläche von rund 80’000 Quadratmetern vor, die sich in kurzer Zeit errichten und wieder demontieren lässt. Kosten durfte der temporäre Bau 100'000 Pfund Sterling. Die Entwürfe, die aus dem Architekturwettbewerb hervorgingen, waren allesamt zu teuer und zu komplex. Schliesslich wurde der Gartenarchitekt Joseph Paxton mit dem Projekt beauftragt, der vor allem Erfahrung mit dem Bau von Gewächshäusern hatte. Paxton entwarf ein gewächshausartiges Gebäude, das aus vorgefertigten Gusseisen- und Glasbauteilen errichtet werden konnte. Innerhalb von vier Monaten wurde der sogenannte Crystal Palace (Kristall-Palast) erstellt. Verbaut wurden laut Wikipeida total 83’600 Quadratmeter Glas, 372 Dachbinder, 38 Kilometer Kehlprofilmaterial, 330 Kilometer Glasrahmen und 17’000 Kubikmeter Holz.
 
Nach der Weltausstellung von 1851 brach man das Gebäude ab und baute es in einem Park – dem heutigen Crystal Palace Park - im südostlondoner Bezirk Bromley wieder auf, wo es weiterhin Ausstellungen diente und unter anderem lebensgrosse Saurierskulpturen beherbergte. 1936 brannte der Crystal Palace wegen einer Explosion schliesslich ab.

Sanieren und „verjüngen“

Jetzt will eine chinesische Immobilienfirma den Palast wieder zu neuem Leben erwecken. Laut dem britischen Immobilienmagazin „Property Week“ arbeitet die ZhongRong Holding mit Sitz in Shanghai zusammen mit dem britischen Ingenieurbüro Arup zurzeit an einem entsprechenden Projekt. Zu stehen kommen soll es im Crystal Palace Park. Es steht im Zusammenhang mit einem dem Masterplan für den denkmalgeschützten Erholungsraum. Mit dem Plan soll der Park einerseits saniert und die dazugehörigen Gebäude wieder instandgesetzt und andererseits laut den Behörden „verjüngt“ werden.
 
Bis jetzt sei zwar noch kein Architekt mit dem Projekt beauftragt worden, aber ein Raumplanungsantrag dürfte gegen Ende Jahr eingereicht werden. Der neue Kristallpalast ist wie der alte als Ausstellungsstätte gedacht, daneben sind Ladenflächen vorgesehen. Wohnungen seien keine geplant, berichtet „Property Week“. „Der Bürgermeister und der Bezirk Bromley sind von einem potenziellen Bauunternehmer angesprochen worden, der sehr interessiert daran sei, ein grosser Bereich der Nordseite des Parks wieder instand zu setzen“, erklärte ein Pressesprecher des Bürgermeister gegenüber dem Magazin. Die Pläne befänden sich noch im Anfangsstadium, man werde die Öffentlichkeit informieren, sobald das Projekt konkretisiert habe. (mai)