Casa Brutale: „Abgründige“ Villa entsteht bei Beirut

Casa Brutale: „Abgründige“ Villa entsteht bei Beirut

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Teaserbild-Quelle: Quelle: opaworks.com

Obwohl nicht klar war, ob sie jemals realisiert werden würde, sorgte sie vor etwas mehr als einem Jahr auf Architektur- und Designportalen für Furore: die Casa Brutale der Architekten von OPA. Nun soll die extravagante Villa in der Nähe von Beirut realisiert werden.

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Quelle: opaworks.com
Könnte auch als Kulisse für einen James-Bond-Film dienen: die "Casa Brutale".

Obwohl sie von Aussen beinahe unsichtbar erscheint, weil man ihr Dach kaum sehen kann, ist die „Casa Brutale“ spektakulär: Das Gebäude ist tief in eine Klippe gehauen und öffnet sich zum Meer hin. Vor seiner Glasfront führt der Fels senkrecht in die Tiefe. Allerdings besteht nicht nur die Fassade aus Glas, sondern auch der Pool. Er dient als Dach und sorgt im Innern für Licht und Kühlung.

Nach seiner Veröffentlichung im vergangenen Sommer hatte das Projekt der Architekten Laertis Antonios Ando Vassiliou und Pantelis Kampouropoulos von OPA (Open Platform for Architecture) einen kleinen Hype auf Architektur- und Designblogs ausgelöst – auch wenn es vorderhand lediglich eine Idee war und nur aus Papier und Pixeln bestand. (Visualisierungen sehen sie hier: http://www.baublatt.ch/aktuelles/news/wohnen-den-klippen.) Doch das dürfte sich nun ändern. Das an eine Kulisse aus einem James-Bond-Film erinnernde Haus soll gebaut werden, und zwar auf dem Berg Faqra in der Nähe von Beirut auf einer Höhe von 1600 Metern und 150 Meter unterhalb des Gipfels. Die extravagante Villa umfasst eine Wohnfläche von 270 Quadratmetern sowie eine unterirdische Garage. Wie die Design-News-Plattform designboom.com berichtet, wurde Arup mit der ingenieurtechnischen Seite des Projektes beauftragt.  

Ganz neu ist die Idee von OPA allerdings nicht. Ihre „poetische Hommage an den Brutalismus“ wurde laut den Architekten von der Villa des Schriftstellers Curzio Malaparte (1898-1957) inspiriert, die sich dieser vom Architekten Adalberto Liberio auf einer Klippe Capris hat bauen lassen und die im Laufe der Zeit zu einer Architkturikone avancierte. Sie sei „die umgekehrte Version der Villa Malaparte“ auf Capri, so die Architekten. Denn im Gegensatz zur „Casa Brutale“ ist das Haus Malapartes nicht in den Stein hinein gebaut, sondern sitzt oben auf dem Fels. Allerdings hat es einen ähnlichen Grundriss, seine Front ist aufs Meer ausgerichtet. Davor führen senkrechte Felswände direkt ins Wasser. (mai)

Untenstehendes Video zeigt die Casa Malaparte. Sie diente unter anderem als Kulisse für Jean-Luc Godards "Le Mépris" von 1963, von dem nachfolgend Ausschnitte zu sehen sind: