Busse bleiben draussen

Busse bleiben draussen

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Busstrecken leiden unter Städteplanung und Verkehrsteilnehmern. Damit bezahlen sie indirekt etwa Velowege und autofreie Zonen. Um dieses Thema ging es unter anderem an einem Kongress der ETH und der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ).
 
Busse werden durch Städteplanung und Verkehrsteilnehmer von der Strasse verdrängt. Wie das ETH-Life Online-Magazin der ETH berichtet, war dies das Thema eines Kongresses der ETH und der VBZ unter dem Titel „die knappen Ressourcen von Raum und Zeit“. In einer Stadt seien eigentlich naturgemäss zu viele Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort mobil oder aktiv, wird Mitorganisator Ulrich Weidmann, Professor am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme zitiert. Dieser Umstand hat zur Folge, dass sich die an Kreuzungen die Probleme potenzieren.
 
Doch nicht nur die verstärkte Mobilität macht den Raum kostbarer. Auch der Mensch an sich leistet seinen Beitrag. So hat Weidmann festgestellt, dass sich die Lobbyisten für die Einzelinteressen ihrer jeweiligen Kundschaft während der vergangenen Jahre erfolgreicher eingesetzt haben. Dank der Velo-Lobby gibt es mehr Velowege und –streifen. Fussgänger profitieren von grösseren autofreien Zonen und Tempo 30 innerorts. Paralell dazu wird verlangen Städteplaner Raum, um Innenstädte «lebenswert» zu gestalten. „Verkehrsraum gilt als verlorener Raum“, erklärt Weidmann gegenüber ETH Life. Dieser Raum fehlt aber zunehmend einem der wichtigsten innerstädtischen öffentlichen Verkehrsmittel, dem Bus.
 
Mit ihrem Kongress hätten VBZ und ETH Zürich einen bewussten Kontrapunkt setzen wollen, heisst es im Artikel. Man habe damit das Unbehagen gegenüber der modernen Städte- und Verkehrsplanung ausgedrückt. Diese neuen Entwicklungen schmälerten die Qualität und die Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Verkehrs, so Weidmann. Bezeichnend gewesen, dass vor allem Vertreter des öffentlichen Verkehrs am Kongress teilgenommen hätten, nicht aber Städteplaner. Eine Lösung sehen die Verkehrsexperten darin, die Einstellung zum öffentlichen Verkehr und der Überlagerung verschiedener Nutzungen zu überdenken. Weidmann dazu: Der Bus solle als Pneutram betrachtet werden, nicht als grosses Auto. (mai)