Bunte Muster für Solarpanels

Bunte Muster für Solarpanels

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Teaserbild-Quelle: Doris Kuert/HSLU

Verspielte Muster und bunte Punkte statt blauschwarzes Einerlei: Ein Team der Hochschule Luzern hat Designs entwickelt, mit denen sich Solarpanels verschönern lassen.

Quelle: 
Doris Kuert/HSLU
Monika Gold und Stephen Wittkopf von der Hochschule Luzern verfolgen den Druck eines Musters bei der Glas Trösch AG.

In alpinen Regionen scheint die Sonne zwar oft, aber im Winter können die Solarpanels auf den Dächern unter Umständen während Monaten zugeschneit sein. Dieses Problem liesse sich lösen, wenn sie an den Ost- oder Westfassaden der Gebäude installiert würden. Doch die blauschwarz schimmernden Panels fügten sich selten schön in die Gebäude und ihre Umgebung ein, schreibt die Hochschule Luzern (HSLU) dazu in ihrer Medienmitteilung. "Viele Architekten berücksichtigen Photovoltaik in ihren Entwürfen deshalb gar nicht erst:"

Das will ein Team der HSLU ändern: "Unser Ziel ist, dass das Potenzial der Photovoltaik besser genutzt wird", sagt Stephen Wittkopf vom Departement Technik & Architektur. Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts erarbeitete er mit seiner Kollegin Monika Gold vom Departement Design & Kunst sieben Designs, mit denen Solarflächen abwechslungsreicher gestaltet werden können. Dazu werden die Muster auf Glasplatten gedruckt, die als äusserste Fassadenschicht auf die Panels montiert werden.

Die Entwicklung der Designs war anspruchsvoll. Denn bedrucktes Glas und hohe Lichtdurchlässigkeit schliessen sich in der Regel aus. Zudem sollte trotz der Muster ein Effizienzgrad von mindestens 80 Prozent der Stromproduktion handelsüblicher blauschwarzer Panels erreicht werden. "Das Projekt war eine Gratwanderung zwischen Ästhetik und Technik", sagt Gold. Man habe sich stets von neuem gefragt, wie viel Farbdichte es überhaupt vertrage. 

Schliesslich gelang das Experiment, wie die HSLU mitteilt. Es entstanden sieben Designs mit unterschiedlichen Farbdichten, die im Vergleich zu handelsüblichen Panels Effizienzgrade von 75, 80, 85 und 90 Prozent aufweisen.

In einem nächsten Schritt wird nun ein Praxistest durchgeführt: Die Stiftung "ÜserHuus"  hat vom Projekt erfahren und stellt für den Feldversuch mit den Designs die Villa Seerose in Hergiswil zur Verfügung. Läuft alles nach Plan, werden die bunten Panels ab August an Stelle von einem oder mehreren Fensterläden angebracht.

Der Attraktivitätssteigerung von Solarpanels widmeten sich verschiedene Hochschulen, schreibt die Hochschule in ihrer Medienmitteilung. An einer äussersten Fassadenschicht aus Glas, welche die Module bedecke, arbeite aber einzig die HSLU. (mai/mgt)