Bund hilft Glögglifröschen beim Zügeln

Bund hilft Glögglifröschen beim Zügeln

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Felix Reimann, wikimedia.org, CC

Zurzeit laufen die Arbeiten an der Erneuerung des Belchentunnels bei der A2 auf Hochtouren. Die über hundert Glögglifrösche, die in der Nähe der Baustelle wohnen, müssen umziehen. Das Bundesamt für Strassen (Astra) liess ihnen nun ein neues Zuhause errichten und hilft ihnen beim Zügeln. Die Aktion kostet 260'000 Franken.

Quelle: 
Felix Reimann, wikimedia.org, CC
Der Glögglifrosch war 2013 von Pro Natura zum Tier des Jahres erklärt worden.

Das 500 Millionen Franken teure Strassenprojekt sieht unter anderem den Bau eines zweispurigen Sanierungstunnels vor - der Aushub der Röhre soll in die stillgelegte Tongrube Fasiswald bei Hägendorf SO gekippt werden. Das Problem: Die Frösche die Grube als Standort für ihre Kolonie auserkoren. Gemäss Fachleuten gilt diese Kolonie als eine der grössten in der Schweiz. Zudem werden die Glögglifrösche als gefährdete Art auf der Roten Liste der Schweiz aufgeführt.

Deshalb liess das Bundesamt für Strassen in Zusammenarbeit mit Umweltingenieuren und Bauarbeitern unweit der Tongrube artgerechte Ersatzlebensräume für die Glögglifrösche anlegen. Dabei wurde nichts dem Zufall überlassen: Im neuen Gebiet wurde ein Fliess und eine eigens für solche  Habitate geschweisste Folie ausgelegt, die das Risiko eines Wasserverlustes verringert. Zudem erhielt wurde das neue Zuhause der Frösche einer dünnen Sandschicht versehen, auf die Kies gelegt wurde. Drainagen leiten unerwünscht grosses Wasseraufkommen ab. Eine 1,5 Meter hohe Trockensteinmauer gehört ebenfalls dazu.

Zurzeit zügeln die Frösche: Seit Anfang Mai sind Mitglieder mehrerer regionaler Naturschutzvereine daran, jeweils bei Einbruch der Dunkelheit Frösche einzufangen und im neuen Lebensraum wieder auszusetzen. Dabei erwischen sie pro Nacht etwa zehn Tiere, was gemäss Biologe Christoph Bühler ein „ein gutes Resultat“ ist. (mai/sda)

Glögglifrosch oder Geburtshelferkröte

Glögglifrösche sind nachtaktiv und hausen tagsüber in selbst gegrabenen Höhlen, zwischen oder unter Steinen, aber auch in Mauslöchern. Im Wasser sind sie selten unterwegs. Auffällig an den drei bis fünf Zentimeter kleinen Fröschen, die eigentlich Kröten sind, ist ihr glockenheller Ruf - dieser hat ihnen den Namen „Glögglifrosch“ beschert. Im Deutschen werden sie Geburtshelferkröten genannt, weil das Männchen jeweils besamten Eischnüre jeweils um die Fersengelenke legt und diese dann drei bis sechs Wochen mit sich herumträgt. – Die kleinen Kröten paaren sich an Land und ernähren sich von Spinnen, Käfern, Nacktschnecken, Fliegenlarven und Würmern. (sda)