Büros: Leerbestand wächst und wächst

Büros: Leerbestand wächst und wächst

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Die Leerstände von Büros in grossen Schweizer Städten sind im vergangenen Jahr gestiegen. Das Angebot an verfügbaren Büroflächen in den fünf Städten Zürich, Genf, Bern, Lausanne und Basel wuchs um rund vier Prozent auf 706'000 Quadratmeter.

Dies sind die höchsten Leerstände seit über zehn Jahren, wie aus einer Studie des Immobilienberaters Jones Long LaSalle (JLL) zum Büromarkt Schweiz hervorgeht, die heute Freitag veröffentlicht wurde. Damit sei Platz für knapp 60'000 Arbeitsplätze frei, sagte JLL-Schweiz-Chef Jan Eckert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Bern an der Spitze

Am stärksten stiegen die Leerstände in der Region Bern. In und um die Hauptstadt erhöhte sich das Angebot an Büroflächen um gut ein Viertel auf rund 63'000 Quadratmeter. Dennoch sei das Angebot im Verhältnis zum geschätzten Gesamtbestand an Büroflächen mit 2,2 Prozent nach wie vor tief. Allerdings ist eine Entspannung in Sicht: "Wir denken, dass aufgrund der Neubauten und Umzüge die Leerstände im Büromarkt Bern in den nächsten Jahren spürbar ansteigen werden", teilte JLL mit.

Mehr Büros in Zürich frei

Im mit Abstand grössten Markt Zürich stiegen die angebotenen Büroflächen leicht um 2 Prozent auf 398'000 Quadratmeter. Die Angebotsquote belief sich auf 5,2 Prozent des Gesamtbestands an Büroflächen. In der Innenstadt hätten die Leerstände mit einem Rückgang von 7,3 Prozent ihren Zenit überschritten.

Derzeit suchten vor allem Anwaltskanzleien sowie kleine Beratungs- und Finanzdienstleistungsfirmen Büros in Zürich. Hingegen seien die grossen Umzüge in der Finanzbranche aus der Innenstadt heraus in moderne Bürogebäude in neue Ballungsräume vollzogen. Bis 2020 könnten insgesamt bis zu 300'000 Quadratmeter an neuen Büroflächen in und um Zürich entstehen, schrieb JLL.

Büromiete in Genf gesunken

Der Genfer Büromarkt befinde sich derzeit in einer zyklischen Abkühlungsphase. Die angebotenen Flächen stiegen im letzten Jahr um 7,2 Prozent auf 170'000 Quadratmeter. Dies entspreche einer Angebotsquote von 5,1 Prozent. Gleichzeitig fiel die Spitzenmiete um 5,4 Prozent auf 875 Franken pro Quadratmeter pro Jahr. Dennoch sei das Genfer Mietpreisniveau ausserhalb des Geschäftszentrums im Vergleich zu anderen Schweizer Grossstädten generell sehr hoch. Dies habe unter anderem damit zu tun, dass es in der Stadt Genf und Umgebung in den letzten Jahren kaum grosse städtebauliche Entwicklungszonen gab und kaum neue Subzentren für Büroflächen entstanden sind.

Dies dürfte sich allerdings in den nächsten Jahren mit dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ändern. Insbesondere der Bau der neuen Bahnstrecke Cornavin - Eaux-Vives - Anemasse (CEVA) dürfte zu neuen Ballungsräumen von Büros rund um die Bahnhöfe führen.

Basel mit weniger freien Büroflächen

Basel ist die einzige Stadt, in der im letzten Jahr der Büroleerstand zurückging. Das Angebot an verfügbaren Büroflächen schrumpfte um knapp 13 Prozent auf 41'000 Quadratmeter. Die Angebotsquote fiel auf unter 2 Prozent. Insbesondere moderne Flächen von mehr als 1000 Quadratmetern werden derzeit an zentralen Lagen kaum angeboten. Im laufenden Jahr werde höchstens ein leichter Anstieg der Leerstände erwartet. Der Büromarkt Basel dürfte daher in der nahen Zukunft angespannt bleiben, schrieb JLL. (sda)