Buchtipp: Schillernde Schweizer Museumslandschaft

Buchtipp: Schillernde Schweizer Museumslandschaft

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Die Stollen im Schieferbergwerk Landesplattenwerk wirken beinahe surreal. (Christoph Oeschger / Heimatschutz)

Ob Geheimtipp oder Altbekanntes: Die aktuelle Publikation des Schweizer Heimatschutzes „Die schönsten Museen der Schweiz: Wissen und Geschichte“ macht Lust, die Schweizer Museumslandschaft zu erkunden.

Die Stollen im Schieferbergwerk Landesplattenwerk wirken beinahe surreal. (Christoph Oeschger / Heimatschutz)

Das Glarner Schieferbergwerk Landesplattenberg erscheint wie eine begehbare Skulptur. Seine Gänge und Gewölbe, die von den Bergleuten im Laufe der Jahrhunderte aus dem Gestein gehauen wurden, sind alle schräg. Der Grund dafür liegt in der Lage der Gesteinsschichten. Über lange Zeit war das Bergwerk für das angrenzende Dorf Engi eine wichtige Einnahmequelle, Schieferprodukte wurden in beinahe die ganze Welt exportiert. Allerdings war der Preis dafür hoch, die Arbeiter starben oft jung an den Folgen der Staublunge. 1961 wurde das Werk schliesslich still gelegt. Um das Stollennetz zu erhalten, sicherte man es in der Folge ingenieurtechnisch ab. Heute lässt es sich mit Führungen erkunden. Dabei können nicht nur seine Gänge bewundert werden, sondern auch seltene Versteinerungen, etwa von Schildkröten.

Das Schieferbergwerk ist eine von 50 Ausstellungsstätten, welche der Schweizer Heimatschutz in seiner jüngsten Publikation „Die schönsten Museen der Schweiz. Wissen und Geschichte“ vorstellt. Neben Bekanntem – wie das Chateau Prangins, der Ballenberg oder das Museum der Kulturen in Basel – präsentiert das Büchlein auch Geheimtipps und weniger Bekanntes. Sei es etwa das Ziegeleimuseum in Cham ZG, das der Baumeisterfamilie Grubenmann gewidmete Grubenmannmuseum in Teufen AR oder das Musée du papier peint mit seinem Tapetenschatz. Wer im inspirierenden Band schmökert und Lust auf einen Besuch hat, findet zusätzlich zu den ansprechenden Fotos und einem kleinen informativen Text jeweils die nötigen Angaben, wie Adresse, Öffnungszeiten und Website.

Bei der Auswahl Museen hat der Heimatschutz Wert auf „eine ausgewogene Berücksichtigung“ von Regionen, Epochen und Themen gelegt. Die ausgewählten Institutionen leisteten einen zentralen Beitrag zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des materiellen und immateriellen Kulturerbes, heisst es in der Medienmitteilung. Kunstmuseen wurden übrigens ausgeklammert. Ihnen will widmet der Heimatschutz nächstes Jahr mit „Die schönsten Museen der Schweiz: Orte der Kunst“ eine separate Publikation. (mai)

"Die schönsten Museen der Schweiz: Wissen und Geschichte"
120 Seiten, Format A6, zweisprachig D/F
Verkaufspreis: 16 Franken / Heimatschutzmitglieder: 8 Franken
ISBN 978-3-9523994-6-0