Buchtipp: Experimentalbauten für die Nachhaltigkeit

Buchtipp: Experimentalbauten für die Nachhaltigkeit

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Teaserbild-Quelle: Bilder zvg

Der Stuttgarter Architekt und Bauingenieur Werner Sobek erforscht seit 20 Jahren, wie eine gebaute Umwelt aussehen könnte, in der die Menschheit glücklich und im Einklang mit der Natur lebt. Dabei entstand eine Serie von Experimentalbauten, die in einem Buch detailliert vorgestellt werden.

Werner Sobek erforscht seit zwei Jahrzehnten, wie die gebaute Umwelt weniger Ressourcen und keine fossilen Brennstoffe mehr verbrauchen und keinen Abfall mehr erzeugen könnte. In diesem Kontext ist eine Reihe von Experimentalbauten entstanden, die sowohl in technologischer als auch in ästhetischer Hinsicht neue Massstäbe setzen.

Im Buch „Residentials by Werner Sobek“ des Verlags av edition werden die wichtigsten dieser Bauten ausführlich vorgestellt – in einer anschaulichen Sprache, mit zahlreichen Grundrisszeichnungen und vielfältigen Bilderwelten. Zum Beispiel das Wohnhaus R128 am Rand des Stuttgarter Talkessels: Die vollständig transparente Fassade stellt einen Gegenpol zu den immer kleineren Fenstern, der absoluten Luftdichtigkeit und der dicken Wärmedämmpaketen, die Ende der 90er-Jahre die Planungskultur prägten. Es ist Sobeks erstes Triple-Zero-Haus; es verbraucht keine fossilen Energieträger (zero energy), emittiert keine Treibhausgase (zero emission) und ist fast vollständig recyclebar (zero waste).

Dieser Dreiklang zieht sich auch durch Sobeks andere Experimentalbauten. So ist das Wohnhaus D10 in Biberach das erste, das mehr Energie erzeugt als es selbst verbraucht. F87 in Berlin versorgt mit seinem Energieüberschuss zwei Elektroautos und ein E-Bike. Und das Aktivhaus B10 in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung beliefert zusätzlich einen benachbarten Altbau mit Strom. (pd/mt)

Frank Heinlein, „Residentials by Werner Sobek“, av edition, Stuttgart 2015, 160 Seiten, 28 Euro