Bruno Webers Reich schliesst seine Pforten

Bruno Webers Reich schliesst seine Pforten

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Teaserbild-Quelle: SIlva Maier

Das Märchenreich des im 2011 verstorbenen Bildhauers Bruno Weber schliesst per 19. Oktober seine Pforten. Der verwunschene Skulpturengarten am Waldrand in Spreitenbach AG müsste dringend saniert werden. Dafür, aber auch für den Betrieb des Parks fehlt das Geld.

Die 20‘000 Quadratmeter umfassende und über die vergangenen rund 50 Jahre gewachsene Anlage mit Pavillons, Brunnen und teils begehbaren Skulpturen muss dringend instand gesetzt werden. Der Bedarf für die Sanierungsarbeiten in den kommenden fünf Jahren beträgt voraussichtlich zwischen 1,5 und 2,3 Millionen Franken. Hinzu kommen jährlich 200‘000 Franken für die Finanzierung des laufenden Betriebs. Zusätzlich verschärft wird die Situation durch den Umstand, dass Beiträge von Gönnern und Spendern im Laufe der Zeit kontinuierlich abgenommen haben.  

Wegen der angespannten finanziellen Situation der Stiftung „Weinrebenpark – Bruno Weber“ sei die Erfüllung des Stiftungszwecks gefährdet und der weitere Betrieb des Parks nicht mehr möglich. Dies hatte die von der Stiftungsaufsicht eingesetzte kommissarische Stiftungsrätin, die Aarauer Rechtsanwältin Brigitte Bitterli, vor dem Wochenende mitgeteilt. Bitterli war mit diesem Amt betraut worden, nachdem der ganze Stiftungsrat im Februar geschlossen zurück getreten war. Wie die „Aargauer Zeitung“ damals berichtete, hatte der Bedenken bezüglich der Sicherheit der rund 50jährigen Anlage angemeldet.

Zwar seien über viele Jahre hinweg grosse Spendensummen zusammengekommen, erklärte Bitterli gegenüber der Limmattaler-Zeitung. Aber es seien keine Rückstellungen für die Sanierungssarbeiten getätigt worden. „Das bekommt man nun zu spüren.“

Dass der Park, der jährlich Tausende von Besuchern in seinen Bann zog, bis auf Weiteres der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sein dürfte, liegt aber nicht nur am fehlenden Geld. Wie Peter Meier, der von 2011 bis 2012 Stiftungsratspräsident und Geschäftsführer war, gegenüber der Limmattaler-Zeitung erklärte, sind strukturelle Gründe für die schwierige Situation von Bruno Webers Reich verantwortlich: Denn ein Teil des Parks gehört der Stiftung und ein Teil Webers Familie. Das sei keine gute Voraussetzung für den Erhalt des Parks oder einen funktionierenden Betrieb. So seien dem Stiftungsrat die Hände beim Einleiten nötiger Umstrukturierungen gebunden.  Laut Meier geben solche Strukturen Webers Witwe Maria Anna Weber als Miteigentümerin die Möglichkeit, Prozesse zu blockieren. Dies habe sie in der Vergangenheit auch getan. – Solchen Vorwürfen widerspricht Weber allerdings.

Wie die Zukunft des Parks aussieht, ist ungewiss. Während Weber die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass der Park saniert werden kann, befürchtet Meier, dass der Park langfristig nicht mehr zu retten ist. Dies, weil es in seinen Augen mit den bestehenden Strukturen nicht funktionieren wird. Und weil die Sponsorensuche angesichts der Querelen um Finanzierung und Stiftung schwierig geworden ist. Wer Geld investiere, will wissen wo es genau hinfliesse, sagte er gegenüber der Limmattaler-Zeitung.

Wie es weiter geht, wird sich weisen. Vielleicht wissen es die riesigen, an chinesische Glücksdrachen erinnernden Viecher, die im Schatten der Bäume vor sich hin dämmern. Oder vielleicht bringen die Fabelwesen dem Garten ja Glück. Zu hoffen wäre es. (mai)

Quelle: 
SIlva Maier
Erinnert an einen riesigen Glücksdrachen: Brücke im Bruno-Weber-Park.