Bratvögel wider Willen: Probleme mit Solarfarm Ivanpah

Bratvögel wider Willen: Probleme mit Solarfarm Ivanpah

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Teaserbild-Quelle: Bild: zvg
Sonnenwärmekraftwerke erzeugen zwar viel sauberen Strom und fahren Gewinne ein, haben aber auch Nachteile: Die gerade aufgegangene 392-Megawatt-Anlage Ivanpah in den USA blendet Piloten und verletzt Vögel.

Vor zwei Wochen wurde die 2,2 Milliarden Dollar teure Solarfarm Ivanpah in der Mojave- Wüste, in der Nähe von Las Vegas, offiziell eröffnet. Bereits jetzt hat der Betreiber zahlreiche Beschwerden erhalten, darunter einen Brief des Clark County Department of Aviation. Darin werden mehrere Piloten zitiert, die der Bodenkontrolle per Funk meldeten, dass sie durch das reflektierte Sonnenlicht in den Heliostaten erheblich geblendet wurden. Die Planer der Anlage hatten bereits vor der Inbetriebnahme Bedenken wegen möglicher Blendung angemeldet.

Doch das ist nicht das einzige Problem mit der 392-Megawatt-Anlage. Das Sonnenlicht, das von den 350'000 Heliostaten auf den 40-stöckigen Receiverturm konzentriert wird, erhitzt Wasser, bis es verdampft. Dieser Dampf wiederum treibt eine Turbine an, die den Strom erzeugt, der angeblich 140'000 Haushalte mit Elektrizität versorgt. Der über die Spiegel erzeugte Wärmestrom kann dabei Temperaturen von über 537 Grad Celsius erreichen. Ein Problem für Vögel und andere Flugobjekte.«Wir versuchen herauszufinden, wie gross das Problem ist und was wir tun können, um das Vogelsterben zu minimieren», sagt Eric Davis, stellvertretender Regionalleiter für Zugvögel beim Büro der zuständigen Bundesbehörde in Sacramento. «Wenn man neue Technologien erprobt, weiss man leider nicht immer, welche Auswirkungen dies hat.» Man fand bereits mehrere tote Vögel oder welche mit verbrannten Flügeln. Zu den Bratvögeln wider Willen zählen laut einem Bericht im «Wall Street Journal» ein Wanderfalke, ein Taucher, zwei Falken, vier Nachtschwärmer sowie eine Vielzahl von Grasmücken und Spatzen. Möglicherweise halten die Vögel die 3500 Hektar grosse, spiegelnde Oberfläche sogar für einen See mitten in der Wüste und fliegen die Anlage deshalb gezielt an. Das wäre ein fataler Irrtum.

Angaben der Landes- und Bundesregulierungsbehörden zufolge läuft derzeit eine zwei-Jahres-Studie, die die Auswirkungen der Solarfarm auf die Vogelwelt gemeinsam mit Umweltschutz-NGOs untersuchen soll. Ziel der Studie sind Auskünfte über die durch solche Solarkraftwerke erzeugten Schäden für Tier und Mensch im Verhältnis zu den mit der Anlage erzielten Gewinnen.(tw/ng)