Boden konkurrenziert Werke im Kunstmuseum Basel

Boden konkurrenziert Werke im Kunstmuseum Basel

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Teaserbild-Quelle: Kunstmuseum Basel, Gina Folly

Erst vor einem Jahr wurde der Neubau des Kunstmuseums Basel eröffnet, und jetzt wird möglichweise bereits der Boden erneuert. Laut Medienberichten will der neue Museumsdirektor das gitterförmige Eichenparkett übermalen lassen, weil es den Kunstwerken Konkurrenz mache.

Quelle: 
Kunstmuseum Basel, Gina Folly
Ausstellung im Kunstmuseums-Erweiterungsbau mit dem umstrittenen Boden

Vor der Eröffnung des neuen Kunstmuseums-Erweiterungsbaus äusserte sich der damalige Direktor Bernhard Mendes Bürgi begeistert über die Wahl der Böden in den Ausstellungsräumen. Das heute rar gewordene Industrieparkett sei von den Architekten Christ & Gantenbein "auf geradezu sensationelle Weise für unsere Zeit neu interpretiert worden", schrieb er.
Architekt Emanuel Christ hatte ursprünglich einen durchgängig verlegten Steinboden vorgesehen, doch Bürgi verlangte einen Holzboden. Die Architekten schlugen darauf die Kombination von dunklem Holz und hellen Fugen vor und sahen in der Bodenkreation eine "Einfachheit, die es in sich hat".

Auffällige Fugen
Der Eichenboden stiess aber von Beginn weg auf Kritik. Die starken Gitterstrukturen beeinträchtigten die Wirkung der ausgestellten Kunstwerke, hiess es. Mendes Bürgi war anderer Meinung: "Ich bin überzeugt, dass man diesen Boden umso mehr mögen wird, je länger das Haus in Betrieb sein wird", sagte der inzwischen pensionierte Museumsdirektor in einem Interview mit der "TagesWoche".
Jetzt plant offenbar Bürgis Nachfolger Josef Helfenstein, das Eichenparkett übermalen zu lassen, wie die "bz Basel" und die "Basler Zeitung" berichten. Das Problem, dass die auffälligen ausbetonierten Fugen die Farbe anders annähmen als das Holz, habe man aber noch nicht lösen können. Die Umgestaltung sei deshalb auf den Herbst verschoben worden.

Ein neuer Boden?
Wegen der Schwierigkeiten, die Fugen abzutönen, könnte das Gitter Bestand haben, schreibt die "Basler Zeitung". Es sei aber auch möglich, dass "der Eingriff doch grösser sein sollte als bloss kosmetischer Natur und ein ganz neuer Boden her muss". Dass dies eine sehr teure Massnahme wäre, liegt auf der Hand, auch wenn noch keine Kosten genannt werden. (mgt)