BLS und Mineure feiern Durchstich des Rosshäuserntunnels

BLS und Mineure feiern Durchstich des Rosshäuserntunnels

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Teaserbild-Quelle: Peter Studer

Der neue Rosshäuserntunnel der Bahnlinie Bern-Neuenburg ist durchbrochen. Mineure haben am Dienstagvormittag im Tunnel im Westen der Stadt Bern die letzte Sprengung vorgenommen.

Nachdem Bagger im Tunnelinnern die letzten losen Steine von der Decke entfernt hatten, stiegen die Mineure aus dem östlichen Teil des Tunnels über die Schutthalde nach Westen und reichten den Kollegen von der anderen Seite die Hand. Dazu applaudierten die Gäste, welche die BLS zum Tunneldurchstich nach Rosshäusern geladen hatte.

Natürlich war auch die heilige Barbara bei dieser Kletterpartie der Mineure dabei. Die Patronin der Mineure darf nicht fehlen, wenn es zu einem Tunneldurchbruch kommt. Gleich zwei Statuen trugen die Arbeiter über den Schutt, bevor es einen Apéro und Reden von BLS-Kaderleuten gab.

Neuer Tunnel ersetzt alten

Mit dem rund zwei Kilometer langen Rosshäuserntunnel begradigt die BLS die heute kurvenreiche, einspurige Strecke zwischen Rosshäusern und der Ortschaft Mauss. Die BLS gewinnt so Zeit und aufgrund des Ausbaus der Strecke auf Doppelspur auch betriebliche Kapazitäten. Zudem braucht sie so den heutigen, 110-jährigen Rosshäuserntunnel nicht zu sanieren. Fernziel der BLS ist der Doppelspurausbau der ganzen Linie Bern-Neuenburg, wie BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli bei der Feier im Tunnel sagte. Nächstes Grossprojekt ist die Verbreiterung des Eisenbahn-Viadukts über die Saane bei Gümmenen.

Ein Arbeiter gestorben

Die Bauarbeiten am Rosshäuserntunnel begannen vor drei Jahren. Schon bald stiessen die Bauarbeiter aber auf Schwierigkeiten: Der Fels erwies sich im Kontakt mit Wasser und Luft als viel schwieriger als vorhergesagt. Ein Arbeiter starb im Herbst 2013, als ihm ein Stein auf den Kopf fiel. Die BLS stellte danach die Bauarbeiten eine Zeit lang ein.

Mit einer neuen Vortriebsmethode und dem Vortrieb von beiden Seiten statt nur  von Osten her setzten die Bauunternehmen schliesslich die Arbeiten im Januar 2014 fort. Sie sind nun besser vorangekommen als erwartet, wie die BLS am Dienstag bekanntgab. Allerdings wird der Tunnel dennoch 18 Monate später fertig als geplant und kostet 265 Millionen Franken statt wie ursprünglich angenommen 200 Millionen.

Mitte 2018 im Betrieb

Wegen der Probleme beim Bau des Tunnels ist die Röhre derzeit nur auf rund 200 Metern Länge voll ausgebrochen. Auf den anderen rund 1700 Metern wird nun in den nächsten Wochen eine riesige Fräse zum Einsatz kommen, um auf der ganzen Länge der Röhre weitere vier Meter Gestein aus dem Tunnel schaffen zu können. Das sagte Gesamtprojektleiter Markus Sägesser vor Ort.

2017 soll der Rosshäuserntunnel im Rohbau fertig sein und Mitte 2018 in Betrieb genommen werden. Den alten Rosshäuserntunnel wird die BLS minimal instand stellen und als historisches Bauwerk erhalten. Er soll weiterhin der Entwässerung des Gebiets dienen. Das Bahntrassee wird aber rückgebaut. (sda)