BLS macht weniger Gewinn

BLS macht weniger Gewinn

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Das Geschäftsjahr 2015 war für die Privatbahn BLS AG anspruchsvoll. Mit dem Konzernergebnis – ein Gewinn von 3,7 Millionen Franken – ist man zufrieden, auch wenn er tiefer ausgefallen ist als noch 2014. Denn alle Geschäftsfelder des Unternehmens haben das Jahr positiv abgeschlossen.

Der Gewinn der BLS AG ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,5 Millionen tiefer ausgefallen als noch im Vorjahr. Wie es in einer Mitteilung des Bahnunternehmens heisst, hatte die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang letzten Jahres massgeblichen Einfluss auf das Konzernergebnis: Bei der BLS-Tochter BLS Cargo fallen viele Einnahmen in Euro an, während die Produktion in Franken bezahlt werden muss. Zudem wirkte sich eine Rückstellung von 20 Millionen Franken für die Sicherung der Personalvorsorge auf das Ergebnis aus.

Was sich jedoch erhöht hat, ist der Betriebsertrag, und zwar um 36,6 Millionen Franken auf rund eine Milliarde (plus 3,8 Prozent). Als Gründe dafür werden höhere Verkehrserträge durch systematisches Ertragsmanagement, das allgemeine Verkehrswachstum sowie verschiedene Massnahmen in Gestaltung und Ausbau des Angebots genannt. Auch die Verkehrserträge haben sich letztes Jahr um 10,6 Millionen (plus 2,9 Prozent) erhöht.

Sämtliche Geschäftsfelder des Unternehmens haben das vergangene Jahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen, wie es heisst. Demnach steigerte der Regionalverkehr Schiene den Gewinn um 3,1 Millionen auf 5,4 Millionen Franken. Bei der BLS Netz AG, die den Lötschberg-Basistunnel betreibt, lag das Ergebnis bei 3,8 Millionen, ein Plus von 1,5 Millionen gegenüber dem Vorjahr. BLS Cargo konnte das Verkehrsvolumen um 10,5 Prozent auf 18'225 Züge steigern. Der Gewinn sank allerdings um satte 88,6 Prozent auf 0,3 Millionen Franken. Autoverlad und Schifffahrt erreichten 2015 mit 1,3 Millionen (Vorjahr: minus 0,5 Millionen) beziehungsweise 0,1 Millionen (Vorjahr: minus 5,5 Millionen) wieder die Gewinnzone.

Schulden machen Sorgen

Sorgen bereitet der BLS ihre Verschuldung. Sie lag Ende 2015 bei 505 Millionen Franken. Ein nachhaltig positives Konzernergebnis sei deshalb auch in Zukunft ein Muss, so Finanzchef Reto Baumgartner.

BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli lobt in diesem Zusammenhang Reformen, welche der Bundesrat bei der Finanzierung und Steuerung des Bestellverfahrens im regionalen Personenverkehr angekündigt hat. Unternehmen wie die BLS brauchten mehr unternehmerischen Spielraum. (mt/pd/sda)