Bjarke Ingels Serpentine Pavillon: Lichterspiel zwischen Fiberglas

Bjarke Ingels Serpentine Pavillon: Lichterspiel zwischen Fiberglas

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Der Pavillon von Bjark Ingels ist sowohl bei Tag... (Bjarke Ingels Group BIG) 1/10

Dass Bjarke Ingels den diesjährigen Pavillon für die Londoner Serpentine Gallery baut, stand schon vor über zwei Wochen fest. Nun zeigen erste Visualisierungen wie die temporäre  „Garden Folly“ in den Kensington Gardens aussieht: Ein elegantes Objekt aus aufgeschichteten Fiberglasrahmen, das auf den ersten Blick mehr Skulptur als Architektur zu sein scheint.

Mit seinem Projekt reiht sich Bjarke Ingels eine erlauchte Runde ein. Vor ihm waren etwa Oskar Niemeyer, Frank Ghery, Jean Nouvel, Peter Zumthor und Herzog & de Meuron Schöpfer des Pavillons. Ingels temporäre «Garden Folly» besteht aus aufeinander getürmten Fiberglasrahmen, die auf den ersten Blick mehr Skulptur als Architektur sind. Sie werden so geschichtet, dass sie zwei schräge, im oberen Bereich aufeinandertreffende Wände bilden. Damit entsteht zwischen ihnen Raum für ein Kaffee und für Veranstaltungen. Ingels vergleicht das Innere mit einer «Schlucht». Allerdings wirkt dieses wegen des Fiberglases nicht düster, sondern vom Tageslicht erhellt. Gleichzeitig soll durch die Anordnung der Rahmen laut Ingels ein «lebendiges Licht- und Schattenspiel» entstehen.

Neben dem Serpentine-Pavillon sind dieses Jahr noch vier weitere temporäre Bauten vorgesehen: Sogenannte Sommerhäuser, die Bezug zum bereits im Park vorhandenen «Queen Caroline Temple» aus dem 18. Jahrhundert nehmen. Kunlé Adeyemis (Amsterdam) Entwurf zeigt, wie man die Bestandteile des Tempels neu zusammenfügen könnte. Und das Büro Barkow Leibinger (Berlin) plant eine Art Neubau eines Pavillons, der einst in der Nähe des Tempels stand. Derweil schlägt Yona Friedman (Paris) ein filigranes Gerüst vor, das sich lediglich aus Ringen zusammensetzt. Und Asif Kahns (London) Projekt ähnelt entfernt jenem Ingels‘: Zwei Wände die eine Art Pavillon bilden und deren lamellenartige Struktur im Innern ebenfalls für Schattenspiele sorgen dürfte.

Der Pavillon und die Sommerhäuser können von Mai bis Oktober besucht werden. (mai)

Mehr zu den vergangenen Pavillons: Für 2015 hatte das spanische Architektenduo José Selgas und Lucía Cano einen bonbonbuntes Gebilde entworfen. 2014 kreierte der Chilene Smiljan Radic einen dolmenartigen Bau  und 2013 schuf Sou Fujimoto ein luftiges Gerüst.