Big Data nimmt die Immobilienmakler in die Mangel

Big Data nimmt die Immobilienmakler in die Mangel

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Teaserbild-Quelle: Symbolbild Urs Rüttimann

Immobilienplattformen drängen verstärkt auf den Markt. Das Nachsehen haben die traditionellen Immobilienhändler, deren Existenz untergegraben wird. Die Verschiebung des Geschäfts ins Netz verlangt nach neuen Strategien.

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Symbolbild Urs Rüttimann
Der Verkauf von Immobilien verlagert sich zunehmend ins Internet.

Die digitale Informationstechnik hat die Immobilienvermarkung in den vergangenen Jahren umgekrempelt. Das Internet bietet Plattformen an, auf denen Bieter und Bietende zusammenfinden und Geschäfte abwickeln können. Mit wachsendem Erfolg, da auf beiden Seiten Zeit und vielleicht auch Geld gespart werden kann. Was auf den ersten Augenblick elegant und hilfreich erscheint, entpuppt sich bei genauerer Analyse als hartes Geschäft aus einer mächtigen Marktposition. Denn die Portalbetreiber wollen Profit sehen. Dieses brisante Thema griff die Konferenz «Real Estate 3.0 – Immobilien und neue Technologien» am Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern auf.

Gefährdeter Wettbewerb

Die Immobilienportale gewinnen gemäss Claude Ginesta an Marktpräsenz. Für den CEO und Besitzer der Ginesta Immobilien AG ist klar: «Die Immobilienhändler werden dabei zunehmend in die Rolle des Statisten gedrängt.» Mit Zusatzleistungen wie beispielsweise dem «Toplisting» verschaffen die Portale einer zum Verkauf stehenden Immobilie im Web hohe Präsenz. Andere Online-Player weisen mit «Real-Match-Angeboten» Kunden und Anbieter gezielt einander zu, indem sie Daten zu einem Käuferprofil sammeln. Immobilienhändler, die von diesem Dienst profitieren wollen, müssen die Mitgliedschaft in einem solchen Netzwerk bezahlen. «Diese Plattformen greifen in einen bewährten Markt ein und versuchen, sich einen Anteil der Marge zu sichern», skizziert Ginesta deren Geschäftsstrategie.

In den USA sind Immobilienportale schon länger aktiv als in der Schweiz. Seit Neuerem wird bezweifelt, ob sie einen echten Wettbewerb noch zulassen. «Die Fusion der beiden führenden Immobilienportale Zillow und Trulia hat dazu geführt, dass sich die Preise solcher Dienste verfünffacht haben», führt der Immobilienexperte aus. Auch in Deutschland beobachtet er eine vergleichbare Entwicklung. Das Portal Immobilienscout erhöhte den Preis kürzlich um fast 80 Prozent. Durch Zusammenschlüsse und einen Ausbau der Akt­­i­vi­täten versucht auch der Immobilienscout Deutschland zu mehr Reichweite im Web zu kommen und mit dem damit verbesserten Kunden­service eine grössere Marge zu generieren. «In der Schweiz gibt es», so Ginesta, «den Dreikampf Immobilienscout, Homegate und Newhome». (ur)

Den ganzen Artikel lesen Sie im Baublatt 28.