Biel: Neue Visitenkarte für die Stadt

Biel: Neue Visitenkarte für die Stadt

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Der fast hundertjährige Bahnhofplatz in Biel genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr, sind die Stadtbehörden überzeugt, und wollen ihn deshalb für rund 19 Millionen Franken umgestalten.

Bäume, Bänke, mehr Platz für Fussgänger und den öffentlichen Verkehr, so lauten die Ziele der Stadtregierung. Der motorisierte Individualverkehr hingegen wird künftig um das Bahnhofsquartier herumgeleitet.

In den 1920-er Jahren, als der Platz entstanden sei, habe er Weite und Grosszügigkeit ausgestrahlt, sagte Stadpräsident Erich Fehr am Donnerstag vor den Medien. Mit dem Jahren sei der Platz immer invensiver genutzt worden und heute sei er «au bout du souffle», also an seiner Belastungsgrenze und am Ende seiner Lebensdauer angelangt.

Heute ist der Bahnhofplatz, einer der bedeutendsten öffentlichen Plätze Biels, überstellt mit Abstellflächen für Autos, Taxis und Velos. Fussgänger haben zu wenig Platz und während der Stosszeiten ist die angrenzende Strasse oft überlastet. Die Bushaltestellen sind unübersichtlich angeordnet und haben nicht genügend Kapazität.

Die Stadt Biel möchte deshalb den Platz entflechten. Erhebungen hätten gezeigt, dass vor allem Fussgänger und der öffentliche Verkehr für den Bahnhofplatz und seine angrenzende Umgebung von grosser Bedeutung seien, sagte Gemeinderätin Barbara Schwickert.

Der Fussgängerbereich soll neu in drei Teile gegliedert werden. Die Mitte bleibt frei und ermöglicht so einen reibungslosen und raschen Zugang zum Haupteingang des Bahnhofs. Beidseitig des Mittelbereichs sind ruhigere Flächen mit Bäumen und Bänken vorgesehen.

Der Taxistand befindet sich künftig auf der Westseite des Platzes. Geplant ist zudem der Bau von zwei Mitteldocks und vier Bushaltestellen für die Verkehrsbetriebe Biel. Die Haltesstellen befinden sich dann alle vor dem Bahnhof und sind einfach zu finden. Sie werden überdacht. Auch eine neue, unterirdische Velostation soll gebaut werden.

Volk hat das letzte Wort

Keinen Platz mehr wird es für den motorisierten Individualverkehr geben. Er soll dereinst um den Bahnhofplatz herumgeführt werden.

Auf der neuen Route habe es genügend Kapazität, zeigten sich die Bieler Behördenvertreter überzeugt. Der Verkehr werde sogar verflüssigt, was von der Bevölkerung eher positiv empfunden werden dürfte. Mit einer massiven Verkehrszunahme rechnen die Bieler Behörden nicht. Nach der Fertigstellung der Autobahnumfahrung A5 werde die Stadt vom Verkehr entlastet.

Die Bieler Behörden wollen im August erste Ausschreibungen vornehmen und anschliessend das Baugesuch einreichen. Das Stadtparlament wird sich voraussichtlich im Dezember zum Projekt äussern. Das letzte Wort hat aber das Volk, voraussichtlich im März 2015.

Die Gesamtkosten der Umgestaltung werden derzeit auf rund 19 Mio. Franken geschätzt, wie Fehr ausführte. Davon entfallen rund acht bis zehn Millionen auf die Stadt.

Die Umgestaltung des Platzes soll zwischen Frühling und Sommer 2017 abgeschlossen werden.

Ein alter Wunsch

Die Umgestaltung des Bahnhofplatzes ist ein alter Wunsch. Das aktuelle Projekt basiert auf einem Wettbewerbsergebnis aus dem Jahr 2004. Es wurde seither aber weiterentwickelt und auf aktuelle und künftige Bedürfnisse ausgelegt, wie Schwickert und Fehr betonten.

Die Behörden haben gemäss Schwickert viele verschiedene Anspruchsgruppen in die Mitwirkung einbezogen. Das schaffe eine breite Akzeptanz, sagte Schwickert.

Die Konzeption des Bieler Bahnhofplatzes stammt grosso modo aus den 1920-er Jahren. Angrenzend an den Platz sind mehrere Gebäudeensembles im Bauhausstil errichtet worden. Die Gegend ist also aus denkmalpflegerischer Sicht sensibel.

(sda)