Bewegungsmelder sparen weniger Strom als erwartet

Bewegungsmelder sparen weniger Strom als erwartet

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Teaserbild-Quelle: OiMax/piqs.de
Bewegungsmelder sollten helfen Energie zu sparen. Doch dem ist nicht immer so. Das zeigt eine Studie der Hochschule Luzern – Technik & Architektur. Laut den Resultaten wird in den meisten Fällen deutlich weniger Energie eingespart, als die Deklaration auf der Verpackung erwarten lässt.

 

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Wahrscheinlich ist nicht überall wo in diesem Büroturm das Licht brennt, ist jemand am Arbeiten.

 

Mit Bewegungsmeldern, auch Präsenzmelder oder PIR genannt, lässt sich viel Energie sparen. Denn sie steuern die Beleuchtung in Gebäuden und in deren Umgebung automatisch, indem sie sich nur tatsächlichem Bedarf einschalten. Laut den Herstellerangaben sind Einsparungen zwischen 20 und 40 Prozent möglich. Ist im Präsenzmelder zusätzlich ein Sensor integriert, der das Tageslicht berücksichtigt, kann der Energieverbrauch für die Beleuchtung zusätzlich reduziert werden. Dass dieses Sparpotential in den meisten Fällen nicht ausgeschöpft wird, zeigt ein Qualitätstest, den das Zürcher Energieberatungsunternehmen eLight GmbH zusammen mit der Hochschule Luzern - Technik & Architektur durchgeführt hat. Dabei wurden vier Kriterien untersucht: Der Eigenstromverbrauch, die Präsenzerfassung von Personen, die Tageslichtsensorik und die Bedienerfreundlichkeit. Diese ist wichtig, weil die Melder nur dann optimal eingesetzt werden können, wenn sie entsprechend installiert und eingestellt sind.

Immerhin schneiden die elf untersuchten Melder beim Eigenstromverbrauch besser als erwartet ab; das beste Gerät benötigt weniger als 0.5 W im Standby. Die Messung der Präsenzerfassung bringt bei vielen Meldern grosse Unterschiede zwischen deklarierten und gemessenen Werten zu Tage. Die Detektion des Tageslichts ist laut der Hochschule bei allen Meldern unbefriedigend: Es zeige  sich, dass die Kombination von Präsenz und Tageslicht in einem Gerät kaum sinnvoll sei. „Das heisst nun auf keinen Fall, dass man auf Bewegungsmelder verzichten soll, aber der Test zeigt, dass die Branche den Meldern mehr Beachtung schenken muss und wie wichtig es ist, ein standardisiertes Prüfverfahren zu entwickeln“, sagt Björn Schrader, Projektleiter der Hochschule.

In Auftrag gegeben worden war die Untersuchung vom Schweizerischen Ingenieur und Architektenverein (SIA), von EnergieSchweiz und vom Amt für Hochbauten der Stadt Zürich. „Die Resultate der Studie sind ein wichtiger Baustein für die Revision der Norm SIA 380/4, in der die Energieeinsparung durch Präsenzmelder bisher ebenfalls zu optimistisch eingeschätzt wurde“, so Adrian Grossenbacher vom Bundesamt für Energie, das die Plattform EnergieSchweiz operativ leitet. Die Norm gelte als zentrale Grundlage für die elektrische Energie im Gebäudebereich. Die Branche erwarte deren Publikation für Mitte 2015. (mai/mgt)