„Better Shelters“ erhalten prestigeträchtigen Designpreis

„Better Shelters“ erhalten prestigeträchtigen Designpreis

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:
Die "Better Shelters" auf Lesbos in einem Flüchtlingslager. (bettershelter.org)

Sie lassen sich ebenso leicht wie schnell errichten und dienen als Notunterkünfte in Krisengebieten: Die „Better Shelter“-Hütten der gleichnamigen NGO sollen Familien ein Dach über dem Kopf und humanitären Einrichtungen Raum bieten.

Sie verfügen über eine Grundfläche von 17.5 Quadratmetern und für den Aufbau braucht es lediglich vier Personen. Angeliefert werden die Bestandteile der kleinen Häuser in zwei flachen Kartonschachteln, die alles nötige enthalten: ein Stahlgerüst für den Unterbau, Wände, Fenster und Türe sowie das Dach, inklusive Solarpanel und Belüftung. Dass die beiliegende Bauanleitung an Ikea-Möbel-Manuals erinnert, liegt nahe.Schliesslich spannte die NGO „Better Shelter“ für die Entwicklung der Häuschen mit der Ikea Foundation zusammen, die das Projekt finanziell und mit Wissen unterstützte.

Ende letzter Woche erkor das Londoner Designmuseum die „Better Shelters“ zum „Beazley Design of the Year“. Die prestigeträchtige Auszeichnung wird alljährlich vergeben, und zwar in den Kategorien Architektur, Produkt, Graphik, Digital, Transport und Mode. Eine weitere besondere Ehre wurde dem Häuschen wenige Monate zuvor zuteil: Das Museum of Modern Art in New York nahm den temporären Bau in seine Designsammlung auf.

Trotz dieser Lorbeeren und obwohl derzeit Flüchtlinge und Odachlosgewordene von Nepal über Syrien bis hin zu Griechenland in den „Better Shelters“ ein neues Zuhause gefunden haben, hat es mit den Hütten in der Schweiz nicht geklappt. Im Dezember 2015 hatte die Asylorganisation der Stadt Zürich insgesamt 62 „Better Shelters“ in der Messehalle Oerlikon aufgestellt, um dort 250 Flüchtlinge unterzubringen. Bezogen werden konnten die Fertighäuschen nicht. Der Grund: Die Kantonale Gebäudeversicherung testete die Unterkünfte auf ihre Brennbarkeit. Dabei stellte sich heraus, dass die Unterkünfte „sehr schnell und stark“ brennen.

Allerdings sind die Häuschen ja auch fürs freie Feld und nicht für Innenräume konzipiert worden. Fangen sie in einer Halle Feuer, dürfte es für die Bewohner schwierig sein, sich in Sicherheit zu bringen. In der Folge nahmen die NGO die „Better Shelters“ wieder zurück und die Stadt entwickelte mit einer Holzbaufirma eigene „Shelters“.  (mai)