Betriebsergebnis erstmals über 100 Millionen Franken

Betriebsergebnis erstmals über 100 Millionen Franken

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Implenia hat im „goldenen Baujahr“ 2009 gut geschäftet: Bei einem konstanten Umsatz von 2,3 Milliarden Franken konnte der Schweizer Baukonzern das Betriebsergebnis (Ebitda) erstmals über die 100-Millionen-Franken-Grenze anheben. Der Auftragsbestand lag per Ende Februar bei über 3,4 Milliarden Franken.
 
Volle Kassen und volle Auftragsbücher: So lässt sich die Geschäftsbilanz von Implenia für 2009 zusammenfassen. Zum vierten Mal in Folge seit der Fusion von Zschokke und Batigroup zum grössten Schweizer Baukonzern sei es gelungen, die Ertragskraft zu steigern, hob Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Anton Affentranger an der diesjährigen Bilanzmedienkonferenz hervor. Die Strategie, Rentabilität vor Umsatz zu stellen, sei damit einmal mehr aufgegangen. «Wir konnten die Margen in allen Bereichen steigern», sagte Affentranger.
 

Mehr Umsatz und Gewinn

Der Konzernumsatz ging im Vergleich zu 2008 von 2299,5 auf 2279,8 Millionen Franken nur geringfügig zurück (-0,9%) und kann als stabil betrachtet werden. Das ist der einzige Rückgang in der gesamten Konzernbilanz. Das Betriebsergebnis (Ebitda) stieg um 6,2 Prozent auf 104,6 Millionen Franken. Damit wurde gemäss Finanzchef Beat Fellmann erstmals die 100-Millionen-Franken-Grenze überschritten. Auch die Auftragsbücher von Implenia sind prallvoll: Der Auftragsbestand lag Ende Februar bei 3,4 Milliarden Franken, vor Jahresfrist bei 3,06 Milliarden. Damit seien über 80 Prozent des budgetierten Umsatzes bereits vor Beginn der Bausaison gesichert.
 

Volle Auftragsbücher

Eine markante Verbesserung des Auftragsbestands wurde im Konzernbereich Real Estate (Generalunternehmung, Projektentwicklung, Engineering) erzielt: dort stieg dieser von 1285 auf 1790 Millionen Franken. Der Konzernbereich Infra steigerte den Auftragsbestand von 807 auf 906 Millionen Franken. Einzig der Konzernbereich Tunnel und Totalunternehmung bekam die Fertigstellung des Lötschberg-Basistunnels zu spüren: Der Auftragsbestand sank von 975 auf 756 Millionen Franken. Bemerkenswert ist, dass Implenia seit Oktober 2009 Aufträge für insgesamt 792 Millionen Franken an Land ziehen konnte. Die grössten Fische sind das Baufeld C der Europa-Allee beim Hauptbahnhof Zürich mit einer Bausumme von 173,5 Millionen Franken und die Umnutzung eines eigenen Areals in Genf (Gordon-Bennet) mit einer Bausumme von 193 Millionen Franken.
 

Erfolgreiche Konzernbereiche

Implenia konnte die Umsätze in fast allen Konzernbereichen stabil halten oder sogar leicht steigern, sogar in der hart umkämpften Bauproduktion. Der Bereich Tunnel musste hingegen eine Umsatzeinbusse wegen des Abschlusses des Lötschberg-Basistunnels hinnehmen. Sowohl Real Estate, als auch Infra, gelang es, höhere Gewinne im Vergleich zum Vorjahr zu erwirtschaften. Real Estate erzielte einen Gewinn vor Sonderkosten (Ebit) von 38,9 Millionen Franken, zehn Millionen mehr als im Vorjahr. Infra erzielte eine leichte Steigerung von 24,4 auf 24,6 Millionen Franken. Der Konzernbereich Tunnel und Totalunternehmung hatte einen leichten Gewinnrückgang von 26,5 auf 24,4 Millionen Franken zu verzeichnen. Nur der Bereich Global Solutions, in dem die Auslandaktivitäten von Implenia zusammengefasst sind, enttäuschte mit einem höheren Verlust als 2008: dieser stieg von 6,6 auf 7,9 Millionen Franken.
 

Änderung der Konzernorganisation

Konzernchef Anton Affentranger gab zudem bekannt, dass eine Veränderung der Konzernorganisation vorgenommen wurde: Die Bereiche Tunnel und Totalunternehmung sowie Global Solutions wurden zum neuen Bereich Industrial Construction unter der Leitung von Luzi Gruber zusammengefasst. Peter Bodmer bleibt aber weiterhin als Grubers Stellvertreter für das Auslandgeschäft verantwortlich. Der Bereich Real Estate wird neu von René Zahnd geleitet. Affentranger kündigte an, dass die Suche nach einem neuen Konzernchef angelaufen sei und im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden soll. Dann werde er sich wieder auf das Verwaltungsratspräsidium zurückziehen.
 
Massimo Diana