Bessere Mobilfunkverbindung dank neuartigem Glas

Bessere Mobilfunkverbindung dank neuartigem Glas

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Teaserbild-Quelle: Glas Trösch

Hauchdünne Metallschichten verbessern bei Fensterscheiben zwar die Wärmedämmung, doch dadurch ist auch der Mobilfunkempfang stark beeinträchtigt. Forscher der ETH Lausanne (EPFL) haben nun ein spezielles Fensterglas entwickelt, das elektromagnetische Wellen nicht mehr abschirmt. Das Glas, das sich bei Zügen unter realistischen Bedingungen bereits bewährt hat, könnte auch für Gebäudefassaden interessante Anwendungsmöglichkeiten eröffnen.

In Zügen können Unterbrüche der Mobilfunkverbindungen schon mal Nerven kosten. Die Störungen treten auf, weil Metallgehäuse und Fenster einen sogenannten „faradayschen Käfigs“ bilden, der elektromagnetische Wellen abgeschirmt. Signalverstärker wiederum benötigen Energie und müssen öfters ersetzt werden. Bei Fenstern zeigt sich das physikalische Phänomen, weil Glas für die thermische Isolation mit einer hauchdünnen Metallschicht versehen wird.

Forscher der EPFL (École polytechnique fédérale de Lausanne) um Andreas Schüler haben zusammen mit Industriepartnern ein neues Fensterglas entwickelt, das für Funkwellen durchlässiger ist und gleichwohl gegen Wärme und Kälte isoliert. Das Spezialglas ist für Mobilfunk sogar gleich durchlässig wie unbeschichtetes Fensterglas, wie die Forscher herausfanden.

Weiterentwicklung für Anwendungen bei Gebäuden

Das neue Fensterglas könnte gemäss EPFL auch für Gebäude interessant sein. Denn bestimmte Gebäude mit Glasfassade verhalten sich wie ein faradayscher Käfig. Laut Andreas Schüler von der EPFL sind als Weiterentwicklung der Idee auch Materialien denkbar, die selektiv elektromagnetische Wellen passieren lassen, nicht aber WLAN-Signale, was dazu beitragen könnte, die Sicherheit in Unternehmen zu erhöhen. Gemäss den Forschenden der ETH Lausanne (EPFL) haben sich die Fensterscheiben im Einsatz bereits bewährt. Das Berner Transportunternehmen BLS nutzte sie im Rahmen einer Studie, um damit einen Triebzug vollständig auszurüsten. Ab September will das Unternehmen zudem 36 Triebzüge mit den neuen Scheiben ausrüsten, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heisst. Weitere Tests durch die Fachhochschule der italienischsprachigen Schweiz (SUPSI) und die Swisscom sind im Gange. (sts/sda)

Quelle: 
Glas Trösch
Speziell entwickeltes Fensterglas kann die Abschirmung elektromagnetischer Wellen verhindern