Bernexpo plant Veranstaltungzentrum mit 9000 Plätzen

Bernexpo plant Veranstaltungzentrum mit 9000 Plätzen

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Die Stadt Bern soll im Nordquartier ein modernes Eventcenter mit 9000 Plätzen erhalten. Geht es nach der Bernexpo-Gruppe, finden dort in rund fünf Jahren Konzerte, Musicals, Kongresse und TV-Shows statt. Heute Dienstag stellte die Gruppe entsprechende Pläne vor.
 
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Vorerst eine Vision: das künftige "BElive Center".
 
Die Festhalle habe mit ihren fast 65 Jahren ihre maximale Nutzungsdauer erreicht, teilt die Bernexpor mit. Zudem entspricht nicht mehr den Anforderungen des Marktes. Deshalb hat die Bernexpo Projektierungskredit von 600'000 Franken gesprochen.
 
Das Projekt mit dem Arbeitstitel "BElive center" soll dereinst eine 17'000 Quadratmeter grosse, flexibel nurzbare Fläche beiten: Auf zwei Geschossen sollen mehrere Bühnen bespielbar sein. Das Pojekt soll Veranstaltungen ermöglichen, die aufgrund ihrer Grösse bisher nicht nach Bern geholt werden konnten. Das können laut der Bernexpo-Gruppe Konzerte sein, Musicals, grosse Produktionen des Schweizer Fernsehens, Kongresse oder  Preisverleihungen. "In der Schweiz gibt es nichts Vergleichbares", sagte Bernexpo-CEO Roland Brand im "Regionaljournal BE FR VS" von Radio SRF. "Am ehesten noch in Genf, aber das liegt am Rand der Schweiz. Das Zürcher Hallenstadion ist grösser und oft ausgelastet. In Bern hätten wir aufgrund der zentralen Lage einen Standortvorteil."
 
Die Gruppe erwartet Gesamtbaukosten zwischen 60 und 90 Millionen Franken. "Diese müssen wir in erster Linie selber stemmen", so Brand. Natürlich könne man nicht alles selber bezahlen; es werde sich zeigen, ob sich die Fremdfinanzierung durch die zu erwartenden Einnahmen decken lasse. Allerdings erhofft man sich bei der Bernexpo-Gruppe auch "Standortleistungen von Stadt und Kanton". Die Behörden seien über die Pläne ins Bild gesetzt worden.

Denkmalpflege hat ein Wort mitzureden

Stadtpräsident Alexander Tschäppät betrachtet das geplante Veranstaltungsmekka als "spannendes Projekt". Allerdings sei der Weg bis zur Realisierung noch lang. So seien denkmalpflegerische Aspekte zu beachten. Denn zuerst müsste die fast 65-jährige Festhalle abgerissen werden - Schauplatz vieler legendärer Konzerte wie 1973 dasjenige der Rolling Stones. Der Denkmalschutz hat die alte Festhalle als "teilweise erhaltenswert" eingestuft. Damit ist ein Abriss laut Bernexpo unter gewissen Auflagen möglich. Die alte Halle sei "nicht einfach nichts", sagte auch Tschäppät. Werde sie ersetzt, müsse das neue Gebäude hohen architektonischen Ansprüchen genügen. Daneben wies Tschäppät darauf hin, dass das neue Eventcenter "quartierverträglich" sein müsste. Eine Halle für 9000 Besucher ziehe schliesslich Verkehrsströme nach sich, die es genau zu planen gelte. - Brand sagte dazu, in irgend einer Form werde es einen Wettbewerb geben.
 
Wer für den Bau des "BElive Centers" aufkomme, sei offensichtlich noch nicht bis ins Detail klärt, stellte Tschäppät fest. Dass sich die öffentliche Hand später beteilige, sei zwar nicht auszuschliessen. "Es ist aber klar, dass es keinen subventionierten Betrieb geben darf." Die Eventhalle müsse kommerziell funktionieren können und dürfe nicht auf öffentliche Gelder angewiesen sein. Tschäppät erklärte dies mit dem grossen Spardruck unter dem die Stadt steht. (mai/sda)