Berner stimmen trotz allem über Waldstadt ab

Berner stimmen trotz allem über Waldstadt ab

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Obwohl die Idee vom Bau einer Siedlung im Bremgartenwald bei Bern letztes Jahr begraben wurde und auch kein konkretes Projekt für eine Überbauung besteht, entscheiden die Stimmberechtigten am 15. November über die SVP-Initiative „Waldstadt – Nein danke“.

Im Vergleich zu Städten wie Basel und Zürich verfügt die Bundeshauptstadt nur über wenige Baulandreserven. Eine Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, sahen die Initianten und der Förderverein des Projektes „Waldstadt Bremer“ im Bremgartenwald. Auf rund 43 Hektaren böte er 6000 bis 8000 Einwohnern Platz. Während Jahren sorgte die Idee für heftige Diskussionen, weil hier das  Bedürfnis nach mehr Wohnraum für die wachsende Stadt mit dem Wunsch nach einem grossen Naherholungsgebiet kollidierte.

Vergangenes Jahr zeigte sich schliesslich, dass das Projekt kaum verwirklicht werden kann: Um im Wald bei Bern bauen zu können, hätte er gerodet werden müssen. Dies läuft dem nationalen Waldgesetz zuwider, gemäss welchem eine Rodungsbewilligung für Siedlungszwecke kaum möglich ist. Deshalb entschied der Gemeinderat, das Projekt für die kommenden Jahre auf Eis zu legen. Somit ist die Chance, dass  das Projekt der Waldstadt eines fernen Tages tatsächlich wieder aus der Schublade geholt wird, winzig. Dies soll die Initiative der SVP verhindern: Bei einem Ja zur Vorlage wäre der Bau einer Siedlung im Wald prophylaktisch verboten.

Im November stimmen die Stadtberner  zudem über verschiedene baurelevante Vorlagen ab: Dazu gehört die Initiative der FDP für ein viertes Hallenbad, die Kredite für die Sanierung des Eigerplatzes (25.3 Millionen Franken) und der Manuel-Schule (46.7 Millionen Franken). Des Weiteren geht es um die Abgabe des Grundstücks des ausgedienten Tramdepots Burgerziel im Baurecht, damit dort Wohnraum geschaffen werden kann. (mai/Material der sda)