Berner Ingenieurbüro rettet Jobs von Projekta-Angestellten

Berner Ingenieurbüro rettet Jobs von Projekta-Angestellten

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Das Urner Ingenieurbüro Projekta AG hatte nach mehr als 50 Jahren aufgeben müssen, weil es wegen eines Berechnungsfehlers nötig gewordene Sanierungen nicht mehr tragen konnte. Anfang Monat war es in Konkurs gegangen. Immerhin muss die Mehrheit der Mitarbeiter keine neue Stelle suchen: Die Berner IUB Engineering AG übernimmt die Angestellten aus dem Bereich Bau.

Sie seien vom Amt für Arbeit des Kantons Uri angefragt worden, ob sie die vier Lernenden des zahlungsunfähigen Urner Ingenieurbüros übernehmen würden, teilte IUB Engineering gestern mit. Insgesamt hat die IUB neun Zweigniederlassungen in der Schweiz und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter.

„Wir haben daraufhin sofort geprüft, ob wir nicht auch den anderen Mitarbeitern eine Perspektive bieten könnten“, wird IUB-Chef Olivier Aebi in der Mitteilung zitiert. Dem ist nun tatsächlich so. Die 13 Mitarbeiter aus dem Bereich Bau - inklusive der vier Lehrlinge – werden laut Mitteilung zusammen mit dem bestehenden Team der IUB-Zweigniederlassung in Altdorf die Räume des insolventen Büros beziehen. Den Kunden bietet die IUB an, die von der Projekta begonnenen Projekte und Aufträge ohne Zeit- und Wissensverlust weiterzuführen. Daneben finden fünf der insgesamt 20 vom Konkurs betroffenen Mitarbeiter, die im Bereich Umwelt tätig waren, eine Anstellung beim neu gegründeten Umweltberatungsbüro Enviso. Zwei Personen würden sich anderweitig orientieren, erklärte der Leiter der IUB-Zweigniederlassung in Altdorf auf Anfrage.

Das Urner Ingenieur- und Planungsbüro Projekta AG hatte am 23. Dezember 2016 beim Urner Landgericht die Bilanz deponiert. Ein ehemaliger und erfahrener Bauingenieur soll zwischen 2012 und 2014 bei mindestens neun Gebäuden in den Kantonen Uri und Schwyz fehlerhafte Berechnungen gemacht haben. Diese könnten zu Rissen, Deformationen, Abplatzungen und Nutzungseinschränkungen führen. Die voraussichtlichen Kosten für die Sanierungsmassnahmen überstiegen die Versicherungsdeckung und die finanziellen Möglichkeiten der Projekta AG. Obwohl die Geschäfte gut gelaufen seien, habe es wegen der Gefahr einer Überschuldung keine andere Möglichkeit mehr gegeben, als die Bilanz zu deponieren, hatte das Unternehmen Anfang Januar mitgeteilt.

Das Ingenieur- und Planungsbüro besteht nach eigenen Angaben seit 1960 und beschäftigte zuletzt 20 Mitarbeiter. Vom Bauingenieur, der für die Berechnungsfehler verantwortlich sein soll, hatte sich Projekta nach eigenen Angaben 2015 aus anderen Gründen getrennt. (mai/sda)