Berner Bärenpark erhält einen Lift

Berner Bärenpark erhält einen Lift

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Teaserbild-Quelle: wikimedia.org, Krls, CC

Der Berner Bärenpark wird mit einem Schräglift erschlossen. Das Stadtparlament hat einem Ausführungskredit von 2,92 Millionen Franken zugestimmt. Dies trotz Kritik seitens GLP und SVP, die moniert hatten, dass der Lift den ohnehin schon teuren Park noch mehr verteuern würde. Weil die Verantwortlichen Fehler gemacht hatten, kostete der Bärenpark seinerzeit nämlich etwa doppelt so viel wie ursprünglich angenommen.

Der neue Schräglift auf Schienen entsteht entlang der südlichen Stützmauer des Parks. Die Kabine kann dann etwa Rollstuhlfahrer, Betagte oder Familien mit Kinderwagen transportieren. Wie die Nachrichtenagentur sda schreibt, soll der Lift allen Besuchern gratis zur Verfügung stehen.

Mit dem Ja des Stadtrats zum Schräglift endet ein langes Hin und Her. Seit der Eröffnung des Bärenparks im Jahr 2009 suchte die Stadt nach einer Lösung, um einen hindernisfreien Zugang zum unteren Teil des Parks am Aare-Ufer zu ermöglichen. Insgesamt waren sage und schreibe 20 (!) Varianten geprüft und wieder verworfen worden.

Unrühmliche Geschichte

Damit reiht sich das Lift-Hin-und-Her in die lange Reihe anderer Debakel rund um Berns Wahrzeichen ein. Der grösste Skandal betrifft aber zweifellos die Kosten. Veranschlagt waren ursprünglich rund elf Millionen Franken aus den Taschen von Privaten und Sponsoren. Doch schon bald wurde eine erste Kostensteigerung auf 14,5 Millionen Franken bekannt. Sie gingen im Wesentlichen auf mangelhafte Baugrunduntersuchungen zurück, wie eine Administrativuntersuchung damals ergab. Eine zweite Kostensteigerung auf 21,3 Millionen Franken ging insbesondere auf Massnahmen zur Beschleunigung der Bauarbeiten zurück. Denn der Bärenpark sei für Bern und die Sponsoren ein Prestigeobjekt, das nicht scheitern dürfe. Deshalb sei der Fertigstellungstermin unverrückbar. Auch das hat die Untersuchung ergeben. Und noch mehr: So war offenbar nicht klar gewesen, ob der Projekt-Leitungsausschuss oder die damals noch existierenden Stadtbauten Bern Bauherr war.

Die entstandenen Mehrkosten mussten letztlich durch die öffentliche Hand finanziert werden. (pd/mt)

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