Bern will gezielt wachsen

Bern will gezielt wachsen

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Das Wachstum in der Region Bern wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Darum wollen Stadt und Agglomeration mit einer ­übergeordneten Regionalplanung verhindern, dass das Land zersiedelt wird
 
Hauptsächlich an bestehenden, gut erschlossenen Standorten in der Kernagglomeration und in den regionalen Zentren sollen Siedlungen vorangetrieben werden. Dies geht aus Unterlagen der Regionalkonferenz Bern-Mittelland hervor. Das heisst, dass in den kommenden Jahren ausreichend Bauland eingezont und überbaut werden muss. Dies dürfte kein konfliktfreies Unterfangen werden, schliesslich decken sich die Ziele der einzelnen Gemeinden nicht immer mit dem Anspruch der Regionalplanung.
 
Mit der Siedlungsentwicklung einher gehen auch die Trends beim Verkehr: Prognosen besagen, dass Bevölkerung und Arbeitsplätze in der Region Bern in den nächsten Jahren zwischen sechs und neun Prozent zunehmen. Beim Verkehr rechnet man mit einem deutlich stärkeren Wachstum. Hier gelte es vor allem, das richtige Verkehrsmittel am richtigen Ort einzusetzen, schreibt dazu die Regionalkonferenz. Um in diesem Bereich einen Kollaps zu verhindern, müsste nicht nur der öffentliche Verkehr ausgebaut, sondern auch Engpässe im Strassennetz beseitigt und „nachfragelenkende Massnahmen“ getroffen werden. Das Rückgrat des Regionalverkehrs soll die S-Bahn bilden, das im ländlichen Raum und in der äusseren Agglomeration von Buslinien ergänzt wird. - Eine umweltschonende und leistungsfähige Abwicklung des Verkehrs werde je länger je mehr zu einem Standortvorteil, ist die Regionalkonferenz überzeugt.
 
Einerseits dient das regionale Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept den Behörden als Planungsinstrument, andererseits wird es beim Bund als Agglomerationsprogramm eingereicht. Die Regionalversammlung, bestehend aus den Gemeindepräsidenten der Region, will das Konzept am 21. Juni erlassen. Doch ganz reibungslos dürfte dies nicht abgehen: In der Vernehmlassung stiess das Konzept zwar auf Zustimmung, die aber immer geringer wurde, umso ländlicher die befragten Gemeinden waren. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland besteht aus 96 Gemeinden mit rund 388'500 Einwohnern. (mai/sda)