Belle Epoque vor neuer Blüte?

Belle Epoque vor neuer Blüte?

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Teaserbild-Quelle: Bild: Daniel Gut
Während die ausländischen Investoren klotzen, scheinen die Schweizer bloss zu kleckern. Andermatt Swiss Alps von Samih Sawiris ist nur ein Projekt, das mit mehrstelligen Millionenbeträgen in den Alpen den einstigen Nobeltourismus beleben will.
 
Was noch keinen Gewinn bringt, kann ­zuwarten», sagt der ägyptische Milliardär und Investor Samih Sawiris. Nur mit Mühe hatte der CEO der Orascom Development das für 2010 gesteckte Ziel erreicht, für 100 Millionen Franken Wohnungen und Villen des ­Andermatter Luxusresorts Swiss Alps abzusetzen. «Im Dezember musste ich noch meinen ­Bruder dazu drängen, eine der Villen zu kaufen.» Auf 111 Millionen beliefen sich schliesslich die veräusserten Immobilien, auf 120 Millionen soll das Verkaufsvolumen in diesem Jahr gesteigert werden. Doch unter Druck setzen will sich der Geschäftsmann keineswegs: «Erfahrungsgemäss verdienten wir an den letzten Objekten oft am meisten.» Zu bedenken gibt er auch, dass gerade der Verkauf von Villen eine geduldige Gangart ­erfordert. «Die künftigen Besitzer wollen oft mit ihrem Architekten den Ort in Augenschein nehmen. Bis das Haus steht, vergehen häufig zwei Jahre; zudem ist es schliesslich doppelt so gross wie ursprünglich geplant.»

Für bis zu 1,8 Milliarden Franken will Sawiris in Andermatt Immobilien absetzen. «Wir sind erst ganz am Anfang.» Vorerst habe sich die Vermarktung auf die Schweiz konzentriert, während sie im Ausland gar noch nicht richtig gestartet worden sei. Entsprechend ist dieses Jahr für England und Italien geplant, jemand permanent mit dieser Aufgabe zu betrauen. Dass bereits ohne ­intensives Marketing die Netzwerke der Orascom funktioniert haben, zeigt die Verkaufsstatistik 2010: 4 Villen, 7 Appartements und 7 Wohnungen wurden verkauft, weitere 8 Appartements und 10 Wohnungen reserviert. 41 Prozent der Kunden stammen aus der Schweiz, 42 Prozent aus dem übrigen Europa, 14 Prozent aus Ägypten und 3 Prozent aus Kanada.           

Die Leiden der Schweizer Touristiker

Von einem solchen Vorgehen können einheimische Tourismusinvestoren nur träumen. Für sie erweist sich oft bereits die Kapitalbeschaffung als unüberwindliche Hürde. Unter vorgehaltener Hand wird zuweilen erzählt, dass nicht einmal die regional ansässige Bank für Erweiterungsbauten und Neubauprojekte Hand bieten würde. Hinzu kommt das vielfach kleinräumige Marketing, das teilweise bereits an den Grenzen rivalisierender Gemeinden versandet. «Beim Tourismus ist es wichtig, dass man im Ausland auf die vielen ­Vorzüge der Schweiz aufmerksam macht, um für Gäste trotz Preisdifferenz attraktiv zu bleiben», sagte vor kurzem Bundesrat Johann Schneider-Ammann in einem Interview gegenüber der NZZ, in dem er sich zu den Problemen in diesem ­Wirtschaftszweig äusserte.

Tatsächlich ächzt der Schweizer Tourismus im Moment unter der schweren Last des starken Frankens. Er verdirbt dem Eurokunden die Freude an unserem Land, trotz landschaftlicher Idylle und gutem Ruf. So sind die Ferien seit zwei Jahren um 23 Prozent teurer geworden. 2010 fanden gemäss der Organisation Schweiz Tourismus schätzungsweise bereits 3 Prozent weniger Wintergäste den Weg in die Schweiz, 2011 soll der Rückgang gar bei 5 Prozent liegen. Wirtschaftsminister Schneider-Ammann erwägt deshalb, ob nicht mit einem Nachkredit die Mittel für Schweiz Tourismus aufzustocken seien. Dies zu über­prüfen, will er dem Bundesrat gegen die ­Haltung seiner Partei beantragen. Doch täuschen soll man sich nicht: Der Schweizer Alpentourismus leidet nicht erst jetzt an Schwäche, wie eine neu ­erschienene Analyse zeigt (siehe «Inspiration für lauen Tourismus»).

Neuer Glanz für verstaubte Hotellerie

Zeigen es die Ausländer den Schweizer Touristikern vor, wie zurück zum grossen Geschäft ­gefunden werden kann? Nur 50 Kilometer von ­Andermatt entfernt investiert die Qatari Diar ­Hotel & Properties in die altehrwürdige Bürgenstock-Hotellerie am Vierwaldstättersee, wo einst berühmte Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer, Charlie Chaplin und Sophia Loren logierten. Die vom Staat Katar kontrollierte Investmentgesellschaft will 300 bis 400 Millionen Franken in die Bürgenstock-Hotellerie stecken, deren Häuser, die teils noch aus der Belle Epoque stammen, schon reichlich an Glanz verloren haben.

Ebenfalls am Vierwaldstättersee wird in Vitznau das Park Hotel, welches 1903 seine ersten Gäste empfing, ausgehöhlt und zu einem Fünf-Sterne-Suiten-Hotel ausgebaut. Der österreichische Investor Peter Pühringer will dazu 200 Millionen Franken in die Hand nehmen. In der Stadt Luzern schliesslich kaufte der russische Oligarch Alexander Lebedew das 1888 erbaute Schlosshotel Gütsch. Für 50 bis 70 Millionen Franken will er es erweitern und als Boutique-Hotel betreiben.

Der Gast ist König

Nur schon diese Beispiele aus der Zentralschweiz belegen: Ausländische Investoren rühren mit grosser Kelle an. Doch nicht nur: Ebenso bringen sie eine erfrischende Aussensicht mit, insbesondere Samih Sawiris mit seinem Andermatt Swiss Alps: Der Hauptort des militärischen Reduits im Zweiten Weltkrieg wird jetzt als «Herz Europas» vermarktet. Wer mit dem Privatjet anreisen will, kann auf dem ehemaligen Militärflugplatz Buochs (NW) landen, der nur 45 Minuten von Andermatt entfernt liegt. Von den umliegenden Flughäfen werden die Gäste auf Wunsch mit der Limousine abgeholt. Luzern wird als Konzertstadt auf internationalem Niveau angepriesen, Tages- und Wochenendausflüglern wird schmackhaft gemacht, die Metropole Zürich, die Altstadt Bern, den ­benachbarten Kanton Tessin mit seinem süd­ländischen Flair und das pulsierende Mailand zu besuchen. Auf die Wintergäste warten «130 Kilo­meter präparierte Pisten». Selbstverständlich aber will sich Swiss Alps als eine «hochwertige Ganzjahres-Feriendestination» etablieren, die neben einem täglich geöffneten Sport- und Wellnesszentrum naturnahe Sportarten wie Golf, Wandern, Mountain Biking, Reiten, Rafting und Fischen ­anbietet.

Ob Sport oder Kultur, Entspannung oder Erlebnis, Kulinarik oder Shopping – der gut betuchte Gast soll auf seine Rechnung kommen. Generell peilen die ausländischen Investoren die Märkte Europa, Übersee, Asien und aufstrebende Schwellen­länder an. Die Marketingstrategen denken dabei an ­alles. Eines aber müssen sie noch beweisen: dass sie dem einstigen Belle-Epoque-Tourismus tatsächlich zu einer neuen Blüte verhelfen.
 
Urs Rüttimann
 
 
 

Andermatt Swiss Alps

 
Das Luxusresort soll im Endausbau sechs Hotels im Vier- und Fünf-Sterne-Segment, 500 Wohnungen in 42 Häusern und 25 Villen umfassen. Die Wohnungen kosten zwischen 1,2 und 14 Mio. Franken, die Villen einen zweistelligen ­Millionenbetrag. Insgesamt wird Andermatt zusätzlich 4300 Betten erhalten. Der Ferien­siedlung angegliedert sind ein 18-Loch-Golfplatz, ein Sport- und Freizeitzentrum und eine Konferenz- und Konzerthalle.   (ur)
 

 

Ausbauplan der Bergbahnen

 
Eine europäische Firma prüft zusammen mit einem amerikanischen Geldgeber, ob sie in die Andermatt-Gotthard-Sportbahnen bis zu 200 Millionen Franken investieren will. Gemäss der «Neuen Luzerner Zeitung» rekognoszierte der technische Direktor der Firma zusammen mit dem Sportbahnen-Chef Benno Nager und der Skilegende Bernhard Russi vor kurzem das Gebiet. Auch Andermatt Swiss Alps scheint sich an den Gesprächen beteiligt zu haben.
 
Eine öffentliche Stellungnahme der beteiligten Wirtschaftsakteure fehlt bislang. Ebenso sind die Gemeindebehörden noch nicht offiziell mit einbezogen worden. Indessen liegt bereits ein erstes Konzept vor: Es beinhaltet für die Region Oberalp–Sedrun und für das Urserental acht neue Gondelbahnen oder Sessellifte und den Ersatz von sechs bestehenden Anlagen. (ur)
 
 

Nachgefragt

bei Samih Sawiris,  Präsident und CEO der Orascom Development Holding und Verwaltungsratspräsident der Andermatt Swiss Alps

 
Wird Andermatt dank Swiss Alps dereinst in der Liga von St. Moritz, Davos, Gstaad und Zermatt mitmischeln?
Andermatt wird eine Alternative zu diesen Orten.

So wird das Dorf Andermatt aus seinem Dornröschenschlaf erwachen?
Andermatt ist schon erwacht. Bereits heute bereiten sich die Besitzer von Hotels, Restaurants und Läden auf den kommenden Aufschwung vor und renovieren beispielsweise ihre Häuser oder schaffen neue Angebote.

Werden auch die umliegenden Bergbahnen profitieren?
Darauf arbeiten wir hin. Wir wollen die Aus­lastung durch Wochengäste fördern. ­Zudem setzen wir uns für eine ­Weiterentwicklung des Skigebiets ein. Unter der Federführung des ­Kantons Uri ist dieses Projekt vor kurzem in ­Angriff genommen worden. Uns ist wichtig, dass wir in den laufenden Verhandlungen zu einer vernünftigen Lösung gelangen, wie unser Resort mit dem Skigebiet verbunden wird.

Wie weit wurden Sie von der ­Bevölkerung, den Behörden und Interessengruppen in der Realisierung Ihres Projekts unterstützt?
Die Unterstützung ist überall sehr gross. Gemeinde, Kanton und Bund sind sehr hilfsbereit, die Andermatterinnen und Andermatter haben mit 96 Prozent Ja-Stimmen der notwendigen Umzonung zugestimmt.
 
Kann mit dem Ferienresort Swiss Alps in Andermatt eine neue Balance zwischen touristischem Angebot, Gästezahl und Einwohnern gefunden werden?
Das ist unser Ziel. Man darf nicht vergessen: Auch wenn unser Resort einmal fertig gebaut sein wird, ist Andermatt immer noch ein vergleichsweise kleiner Ferienort.

Kein Problem der kalten Betten, insbesondere im Sommer?
Kalte Betten wollen wir verhindern mit einem attraktiven Vermietungsangebot. Die ersten Käufer von Wohnungen reagieren darauf sehr positiv.

Wird eine als rentabel geltende Jahresauslastung der Betten von mindestens 60 Prozent erreicht?
Wir wollen eine möglichst hohe Auslastung erreichen.

Manche Tourismusdestinationen in der Schweiz erreichen nicht einmal mehr in der Hochsaison die betriebswirtschaftlich notwendige Auslastung. Was machen sie falsch?
Ich will da nicht den Lehrmeister spielen. Wir haben den Vorteil, dass wir das gesamte Angebot – Hotels, Restaurants, Geschäfte, Kultur, Sport und anderes – aus einer Hand steuern können. Das erleichtert es enorm, ­attraktive Angebote zu entwickeln.

Welche Märkte beackern Sie?
Die Schweiz und Europa sind unsere Hauptmärkte. Natürlich schliessen wir auch Kunden aus Übersee nicht aus.
(ur)
 
 
 
Wirtschaftsförderung

Inspiration für lauen Tourismus

 
Der Schweizer Tourismus verliert gegenüber den Nachbarländern an Schwung. Und das nicht erst seit dem Erstarken des Frankens.Der Leitfaden «Ansiedlung von Feriendörfern und Hotels» will ihm neue Ideen einimpfen.

Wenn ein Bauer seine Kuh statt deren Milch verkauft, gefährdet er seine ­Existenz. Denn eine nachhaltige Wertschöpfung ist so nicht mehr möglich. Diese ­gefährliche Tendenz lässt sich für den Schweizer Tourismus ausmachen: «90 Prozent der Tourismusgemeinden in der Schweiz leben von den Investitionen in den Zweitwohnungsbau anstatt von den Ausgaben der Feriengäste», hält eine Situationsanalyse der Alpendestinationen fest, die von den Tourismusbehörden der Kantone Bern, Graubünden und Wallis sowie vom holländischen Unternehmen Landal GreenParks vor kurzem herausgegeben wurde. Die Resultate der Analyse sind zum Leitfaden «Ansiedlung von ­Feriendörfern und Hotels» ausgearbeitet worden, mit einem besonderen ­Fokus auf die Stolpersteine in der Ortsplanung und auf den Spielraum der Wirtschaftsförderung.

Gefährlich kurzfristiges Denken

Manche Tourismusdestinationen in den Alpen halten sich noch mit dem Verkauf von Land über Wasser, statt in den touristischen Betrieb zu investieren. Kurzfristig schwemmt das zwar Geld in die Kasse, doch die Attraktivität einer Destination wird so nicht gesteigert. Immer weniger Ferienwohnungen werden vermietet, und immer mehr Hotels müssen schliessen, hält die Studie als Folge fest.

In Mitleidenschaft gezogen werden auch die Bergbahnen, mit ihren Skigebieten und Liftanlagen. Sie sind vielfach Kernangebot und ­damit wirtschaftlicher Motor einer Destination. Weil jedoch Feriengäste ausbleiben, wird die Infrastruktur ungenügend genutzt. Vor allem während der Wochentage und in der Nebensaison fehlen die Touristen. Eine Stilllegung der Liftanlagen droht, weil die Kapazitäten schlecht ausgelastet sind. Damit aber wird die Symbiose zwischen Bergbahn und Hotel/Ferienwohnungen gestört.

Das Übel den billigeren Nachbarländern in die Schuhe zu schieben, greift zu kurz. Die Gäste bleiben nicht erst seit dem Erstarken des Frankens fern. ­Bereits zwischen 1995 und 2008 verringerte sich gemäss Bundesamt für Statistik die Zahl der Hotelbetten im Berner Oberland um 3,5 Prozent, in Graubünden um 10,4 und im Wallis um 8,7. Federn lassen mussten nicht nur die zweitrangigen Destinationen, sondern auch renommierte Orte wie Arosa. Die Logiernächte gingen dort im gleichen Zeitraum um 7,9 Prozent zurück, die ­Belegung der Hotelbetten um 16,9 Prozent.

Die Schweiz wird überholt

«Österreich und Frankreich konnten die Umsätze der Bergbahnen erhöhen, während sie in der Schweiz stagnierten», rechnet die Studie vor. So haben sie sich in Frankreich seit 1992 beinahe verdoppelt, und in Österreich legten sie über 25 Prozent zu. Frappant ist, dass eine solche Differenz im selben Skigebiet vorliegen kann, wie das grenzübergreifende Portes du Soleil zeigt. In den vergangenen zehn Jahren nahm dort der Umsatz der Bergbahnen auf der französischen Seite um 60 Prozent zu, auf der Schweizer Seite hingegen stagnierte er. Ob dafür der Ausbau der Betten, dessen Auslastung oder das unterschiedliche Preisniveau verantwortlich ist, bleibt unklar.

Kalte Betten – reiche Besitzer

Ein Grossteil der Ferienwohnungen in Schweizer Destinationen wurde in den 70er- und 80er-Jahren gebaut. Aus wirtschaftlichen Erwägungen vermieteten damals die meisten Eigentümer ihre Wohnung. Seit den 90er-Jahren hingegen ist die Zahl der vermieteten Ferienwohnungen gemäss einer Studie der Universität St. Gallen «markant gesunken, obwohl in dieser Zeit ein massiver Zweitwohnungsbau stattgefunden hat». Viele Besitzer seien nicht mehr auf die Mieteinnahmen angewiesen, würden ihre Wohnung nicht mit fremden Leuten teilen wollen oder schreckten vor einer vermeintlich aufwendigen Vermietung ­zurück, kommt die Studie zum Schluss. Touristische Infrastrukturen wie Bergbahnen, Gastronomie und Hallenbäder erreichen deshalb heute nicht einmal mehr in der Hochsaison die betriebswirtschaftlich notwendige Auslastung. Die Entwicklung hat mittlerweile auf den Arbeitsmarkt der Tourismusbranche durchgeschlagen, der ­gemäss Bundesamt für Statistik zwischen 2001 und 2008 um 2 Prozent geschrumpft ist.

Wachstumsgeschäft Tourismus

Gemäss dem Tourismus-Leitfaden braucht es einen «Innovationsschub», der sich zum Ziel setzt, die Logiernächte zu steigern, indem die verfügbaren Betten besser ausgelastet werden, insbesondere die Ferienwohnungen. Dabei sind die Aussichten im Tourismus für Investoren Erfolg versprechend: Aufgrund des zunehmenden Wohlstandes und der voranschreitenden Globalisierung ist er ein Wachstumsmarkt. Die Zahl der Ankünfte internationaler Gäste haben sich seit Mitte der 90er-Jahre weltweit mehr als verdoppelt. Die World Tourism Organisation rechnet auch künftig mit einem jährlichen Wachstum von vier Prozent. Will der Schweizer Alpentourismus aber daran teilhaben, so muss er gezielt Gäste aus dem Ausland anlocken. «Der Heimmarkt allerdings ist ein reifer Markt, der kaum noch wächst», hält der Leitfaden fest. Mit 54 Prozent sind die Schweizer in den Alpen die grösste Gästegruppe.

Gefordert ist ein Marketing mit internationaler Reichweite, welche das Produkt «Ferien in den Bergen» bewusst als Alternative zu den «Ferien am Meer» aufbaut. «Einziger Makel der Schweiz ist das vergleichsweise hohe Preisniveau», so die Tourismus-Studie. Demgegenüber seien die «exzellente nationale Transport- und Tourismusinfrastruktur» und die «kulturelle und natürliche Vielfalt» Trümpfe, mit denen gepunktet werden kann. Allerdings müssten dazu die zumeist kleinen Tourismusbetriebe ihr internationales Marketing gemeinsam aufziehen. Eine wirtschaftliche
Vermarktung funktioniert erfahrungsgemäss erst ab 100 Zimmer oder Wohnungen.

Gemeinden sollen in Aktion treten

Der Blick nach Frankreich und Österreich zeigt zudem, dass vor allem Feriendörfer und Resorts dem Alpentourismus Aufwind gaben. Der Tourismus-Leitfaden empfiehlt den Gemeinden eine «aktive Bodenpolitik» in diese Richtung. Frühzeitig sollen sie den Spielraum der Ortsplanung ausloten, ohne dabei zu vernachlässigen, die Bewohner und Bürger in den politischen Entscheidungsprozess einzubeziehen. Verschiedene Rollen stehen der Gemeinde offen: Sie kann als Planerin und Koordinatorin auftreten, sich als finanzielle Förderin anbieten oder sich gar als Investorin betätigen.               
Der Leitfaden «Ansiedlung von Feriendörfern und Hotels» kann unter www.awt.gr.ch (Amt für Wirtschaft und ­Tourismus Graubünden: Rubrik «Aktuelles») bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.
 
Urs Rüttimann