Beer, Bär, Bern

Beer, Bär, Bern

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Teaserbild-Quelle: Bild: zvg
Mit Bier hat das Beerhaus im Westen von Bern nichts zu tun. Heute vormittag wurde es offiziell als neuer Sitz des Vermessungsamts, der Informatikdienste sowie des Finanzinspektorats eingeweiht. Das Verwaltungsgebäude ist auch Standort des neuen städtischen Informatikrechenzentrums.

Der Stadtrat genehmigte Ende 2012 einen Kredit von total 10,57 Millionen Franken für die Umgestaltung des Beerhauses in Bern. Knapp die Hälfte davon entfiel auf den Bau des Rechenzentrums, das fachkundige Kritiker bereits vor seinem Bau als veraltet kritisierten. Das Vermessungsamt zog bereits im Herbst 2013 nach erfolgreichem Abschluss der Bauarbeiten ein. Heute wurde das Beerhaus in Anwesenheit von offiziellen Vertretern feierlich eingeweiht. Die Kosten konnten nach Informationen der Berner Zeitung um rund 600'000 Franken unterschritten werden, wenngleich die Endabrechnung noch aussteht.

Das Gebäude mit der auffällig roten Leichtmetallfassade wurde bereits 2007 bis 2008 nach Entwürfen von reinhardpartner Architekten (Bern) umgebaut. Bis Herbst 2013 wurde ab dem 3. Obergeschoss aufwärts eine offene Bürolandschaft mit derzeit rund 110 Arbeitsplätzen unter der Federführung von m+b architekten (Bern) fertig gestellt. Die flexibel nutzbaren Grossflächenbüros werden durch verglaste Büroboxen ergänzt, welche als Einzel-, Sitzungs- oder Rückzugszimmer genutzt werden können.

Das im Untergeschoss installierte, neue Rechenzentrum löst das bisherige an der Schwanengasse 14 ab. Offiziellen Verlautbarungen zufolge ist es „leistungsfähig und genügt hohen Sicherheitsvorgaben“. Raumreserven für einen zukünftigen Ausbau der Serverarchitektur hat es im Untergeschoss reichlich. Angeblich wird die Abwärme des Rechenzentrums auch zum Heizen des Beerhauses genutzt, während die Kühlung über das Grundwasser erfolgt. Die Informatikausrüstungen stecken in einer Warmgangeinhausung, was offenbar eine höhere Betriebstemperatur und eine effektivere Kühlung ermöglicht. Im Vergleich zum alten Rechenzentrum soll das neue ein Drittel weniger Energie verbrauchen.

Die Geschäftsliegenschaft an der Bümplizstrasse 45 wurde vor vierzig Jahren zur Vorhangproduktion der Möbel Pfister AG erstellt. Die Liegenschaft ging 1978 als Schenkung von Max und Elsa Beer-Brawand im Rahmen einer unselbständigen Stiftung (Max und Elsa Beer-Brawand-Fonds) an die Stadt Bern über. Der Fonds wird von der städtischen Finanzverwaltung verwaltet. Anfangs 2012 hat der Gemeinderat entschieden, im Beerhaus städtische Arbeitsplätze zu konzentrieren und ein neues Rechenzentrum zu bauen.(tw)