Bauwirtschaft nimmt Fahrt auf

Bauwirtschaft nimmt Fahrt auf

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Teaserbild-Quelle: Michael Staub
Michael Staub
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Michael Staub
Anfangs 2011 sollen die Bauinvestitionen wieder kräftig wachsen.
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Der Aufwärtstrend der Bauwirtschaft hält an. Im August stieg die Zahl der Baugesuche im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 12,9 Prozent. Die Baubewilligungen zogen ebenfalls um 8,4 Prozent an. Die Erholung der Baubranche wird durch den Achtmonatsvergleich bestätigt. Gegenüber dem vergangenen Jahr nahmen die Baugesuche während dieser Zeitspanne um 5,9 Prozent auf 39 762 zu und die Baubewilligungen um 6,2 Prozent auf 22 404. Mit diesen Zahlen wird wieder das Niveau der konjunkturell starken Baujahre 2004 bis 2008 erreicht.
 
Am meisten nahmen die Baugesuche im Vergleich zum August 2009 in den Kantonen Basel-Land (+ 56,3 Prozent), Bern (+ 46,8 Prozent), Appenzell Ausserrhoden (+ 45,4 Prozent) und Neuenburg (+ 36,1 Prozent) zu. Rückläufig waren sie in den Kantonen Schaffhausen (– 16,9 Prozent), Schwyz (– 9 Prozent), Jura (– 7,7) Prozent und Glarus (– 1,8 Prozent). Die kurze Dauer eines Monats darf allerdings nicht als Trend gedeutet werden; sie ist regional stark auch vom Zufall beeinflusst.
 
Die Baugesuche für Mehrfamilienhäuser legten im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 23,8 Prozent zu, für Einfamilienhäuser indessen betrug der Zuwachs nur 0,7 Prozent. Mit einem Investitionsvolumen von momentan beinahe 50 Prozent ist der Wohnbau die treibende Kraft des Wachstums in der Bauwirtschaft. Die Baugesuche für Industrie und Gewerbe zogen im Vergleich zum August des Vorjahres ebenfalls um satte 60,7 Prozent an und diejenigen für Infrastrukturbauten um 8,8 Prozent. Beachtliche Anstiege von Baugesuchen verzeichneten zudem die für die Branche wichtigen Kategorien Land- und Forstwirtschaft (+ 39,6 Prozent), Verkehrsanlagen (+ 31,5 Prozent), Freizeit/Sport/Erholung (+ 31,4 Prozent), Gastgewerbe und Fremdenverkehr (+ 28,8 Prozent) sowie Handel und Verwaltung (+ 20,9 Prozent).
 

Bald deutliche Erholung

Die Prognose der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) für 2010 scheint sich zu bestätigen: Die Bauwirtschaft erholt sich wieder. Voraussichtlich betragen die Investitionen in den Wohnbau Ende 2010 nominell 6,2 Milliarden Franken (– 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und in den Gesamtbau 11,7 Milliarden Franken (– 6,4 Prozent). Im ersten Quartal 2011 soll sich die Situation jedoch deutlich verbessern. Gemäss KOF-Indikatoren wachsen die Investitionen nominell im Wohnbau um 18,6 Prozent auf 6,4 Milliarden Franken und die gesamten Bauinvestitionen um 15 Prozent auf 12 Milliarden Franken.
Ebenso tendieren die Preiserwartungen der Baufirmen wieder nach oben.
 
(ur)
 
Aufgrund der Zusammenlegung zweier Datenbanken und der Einführung einer einheitlichen Zählweise können Differenzen zwischen den aktuellen Daten in den Grafiken auf dieser Doppelseite und den früher erhobenen Zahlen in der Tabelle auf Seite 10 auftreten.
 
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«baublatt»-Bauinfo-Center, Tel. 044 724 77 33 oder www.bauinfocenter.ch