Bauwirtschaft in robuster Verfassung

Bauwirtschaft in robuster Verfassung

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Teaserbild-Quelle: Grafiken: «baublatt»
 
Die Bauwirtschaft ist voll in Fahrt. Bereits 2010 konnte sie im Vergleich zum Vorjahr expandieren. Gemäss den neusten Zahlen des Schweizerischen Baumeisterverbandes stieg der Umsatz auf 18,7 Milliarden Franken (+3,1%). Wachstumstreiber waren der Tiefbau (+4,6%) und der Wohnungsbau (+4,4%), während der zyklische Wirtschaftsbau (-6,2%) noch die Nachwehen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren bekam. Doch auch hier hat sich Ende Jahr die Situation aufgehellt. Abgestützt auf die Daten des hausinternen Bauinfo-Centers hatte das «baublatt» bereits im Oktober (Ausgabe 42/2010) darauf hingewiesen, dass in diesem Segment ebenfalls die Talsohle durchschritten sei.

Sinkende Baugesuche in Genf

Die solide Verfassung der Bauwirtschaft bestätigt nun auch der Februar. Die Baugesuche legten gegenüber dem Monat des Vorjahres um 4,6% und die Baubewilligungen um 3,2% zu. Während in der deutschen und italienischen Schweiz die Gesuche/Bewilligungen um 4,4/8,9% respektive 25,5/9,1% zunahmen, gingen sie in der Westschweiz um 1,1/14,6 Prozent zurück. Zum negativen Resultat trug vor allem Genf bei. In diesem Kanton brachen die Baugesuche um 30,7% ein, nachdem sie bereits im Dezember und Januar um 6,7% und 15,7% zurückgingen. Allerdings hatte sich in der Agglomeration Genf vergangenes Jahr die Zahl der Neuwohnungen gemäss Bundesamt für Statistik massiv – nämlich um 80% – erhöht. In den Waadter Gemeinden am preislich überhitzten Genferseeufer stieg gemäss dem «baublatt»-Bauinfo-Center die Zahl der Gesuche im Februar weiterhin.

Einen kräftigen Zuwachs an Baugesuchen im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten die Zentralschweizer Kantone Obwalden (53,3%), Nidwalden (39,3%), Luzern (21,9%) und Schwyz (15,2%) sowie die Kantone Appenzell Ausser-rhoden (17,9%) und Freiburg (15,9%). Starke zurück gingen die Gesuche in Glarus (-46,3%) und Schaffhausen (-35,4). In Kantonen mit dicht bevölkerten Städten und Agglomerationen sind die Zahlen uneinheitlich: Im Plus liegen Tessin (31,9%), Waadt (24,1%), Zug (15,9%), Zürich (5,2%) und St. Gallen (4,4%), im Minus Basel Stadt (-26,9%) und Bern (-3,2%).

Sanierungen bleiben im Trend

Das anhaltend starke Bevölkerungswachstum stimuliert den Wohnungsbau, der erfahrungsgemäss knapp die Hälfte der Bauinvestitionen ausmacht. Entsprechend legten die Baugesuche verglichen mit dem Vormonat um 6,9% zu. Bei den Einfamilienhäusern wird weit mehr umgebaut als neue Gebäude erstellt. Dieser Trend akzentuiert sich seit 2008 besonders stark. Bei den Mehrfamilienhäusern kann seit 2008 ebenfalls eine stark anziehende Umbautätigkeit festgestellt werden, doch überwiegt der Neubau immer noch mit mehr als 10%. Im Wirtschaftsbau stiegen die Baugesuche von Industrie und Gewerbe weiter um (+18,4%), während sie im Dienstleistungssektor nach starken Monaten sanken (-17,8%).  (ur)