Baut Botta die neue „Valascia“ doch nicht?

Baut Botta die neue „Valascia“ doch nicht?

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Das Eishockeystadion von Ambrì-Piotta sollte eigentlich durch einen Neubau von Mario Botta ersetzt werden. Der Starachitekt hatte den Auftrag direkt vom Club erhalten. Nachdem der Tessiner Architektenverband gegen die Vergabe Sturm gelaufen ist, will der HCAP das Projekt nun ausschreiben. Das dürfte zu grossen Zeitverzögerungen führen – zum Nachteil für den Club.

Das 1959 eröffnete Eishockeystadion von Ambrì-Piotta  ist in die Jahre gekommen. Weil die Spielstätte des HCAP heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt und obendrein in einer lawinengefährdeten Zone liegt, soll sie auf dem ehemaligen Flugplatz von Quinto – das Dorf gehört ebenfalls zur Gemeinde Ambrì-Piotta –  neu gebaut werden. Als Architekt ist Mario Botta vorgesehen, der den Auftrag direkt vom Club erhalten hat. Dass kein öffentlicher Architekturwettbewerb ausgeschrieben wurde, erklärten die Verantwortlichen mit dem Zeitdruck. Denn damit der HCAP für die Saison 2015/16 überhaupt eine Spiellizenz bekommt, muss er beweisen, dass die Planung des neuen Stadions aufgegleist ist.

Bis im Februar sah es noch so aus, als ob die Pläne des HCAP aufgehen könnten. Doch nun hat sich das Blatt gewendet. Das Bauvorhaben scheint derzeit  auf wackeligen Füssen zu stehen. Denn direkte Vergabe des Auftrags an Mario Botta verärgerte den Tessiner Ingenieur- und Architektenverband. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, will er die Rechtsgültigkeit des Mandats unter die Lupe nehmen. Zudem hat noch ein Architekt Privatklage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Und des Weiteren hatte der Grosse Rat vorgeschlagen, den Beitrag an den Neubau um 1,26 Millionen Franken herabzusetzen.

Die Folge: Die Valascia SA oder vielmehr die Besitzerin des aktuellen Stadions geht nun zurück auf Feld eins. Laut ihrer Medienmitteilung, soll das Bauprojekt nun doch öffentlich ausgeschrieben werden –  sofern die Frist für das neue Stadion um ein Jahr verlängert wird. Wie die NZZ weiss, haben der Club und der Tessiner Architektenverband ein gemeinsam unterschriebenes, entsprechendes Gesuch bei der National Hockey League eingereicht. Die Krux dabei dürfte der Umstand sein, dass für die geforderte Verlängerung bis zur Saison 2019/20  das Reglement angepasst werden muss. (mai)