Baustellen-Graffitis: Angriff ist die beste Verteidigung

Baustellen-Graffitis: Angriff ist die beste Verteidigung

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Wo Baustellen sind, folgen Graffitis auf dem Fuss – auch in Zürich, wo derzeit die Quaibrücke instandgesetzt wird. Um diesem Problem vorzubeugen, setzt die Stadt auf eine Angriffsstrategie: Sie lässt die Baustellenwände diese Woche von anerkannten Graffitikünstlern gestalten.

Wir alle kennen das Problem: Gibt es irgendwo eine Baustelle, stehen da meist auch Baustellenwände. Diese Wände wiederum führen Kreative in Versuchung; sie bewaffnen sich mit Spraydosen aller Couleur und verewigen sich auf den so verlockenden leeren Flächen. Viele solcher Graffitis kann man durchaus als Kunst bezeichnen – ebenso viele sind aber nichts anderes als blosse Schmierereien.

Auch die Limmatstadt wird immer wieder von Sprayern heimgesucht – ist Zürich doch eine ewige Baustelle und lockt dauernd mit immer neuen Baustellenwänden. Auf einer Baustelle soll es nun aber kein Geschmiere mehr geben: bei der Instandsetzung der Quaibrücke. Wie die Stadt mitteilt, wird sie die Wände nämlich selbst mit Graffitis schmücken. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Freilich kommen nun weder der Stadtrat noch das Parlament mit Spraydosen zur Quaibrücke – obwohl das bestimmt ein Bild für Götter wäre. Nein, die Fachstelle Graffiti engagiert natürlich anerkannte Graffitikünstler, die das untere Seebecken zu einem farbenfrohen Blickfang machen sollen. Die Arbeiten haben heute Montag begonnen. Das Resultat werde die Passanten den ganzen Sommer über erfreuen und das Begehen der Wege entlang der Baustelle auch zu einem künstlerischen Ereignis machen. Ob diese „Angriffstaktik“ allerdings illegale Sprayer fernhält, wird sich zeigen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt… (mt)