Bauregion St. Gallen und Thurgau: Aufwärtsschub nach der Delle

Bauregion St. Gallen und Thurgau: Aufwärtsschub nach der Delle

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Teaserbild-Quelle: Stefan Breitenmoser

Momentan zieht die Bautätigkeit wieder an, wie die Zahlen für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe zeigen. Der Anlagenotstand im Finanzmarkt treibt insbesondere im Kanton St. Gallen Investoren an, Immobilien zu planen. Das Risiko solcher Geldanlagen ist allerdings in den vergangenen zwei Jahren gestiegen.

Grossbaustelle St. Gallen: Rund um den Bahnhof St. Gallen wird alles neu,  um die steigende Zahl an Passagieren  besser bewältigen zu können.
Quelle: 
Stefan Breitenmoser

Grossbaustelle St. Gallen: Rund um den Bahnhof St. Gallen wird alles neu, um die steigende Zahl an Passagieren besser bewältigen zu können.

St. Gallen:

Aus der Optik von Bundesbern hört die Schweiz hinter Winterthur auf, lautet eine viel zitierte Ostschweizer Binsenweisheit. Beispiele für die Richtigkeit dieser These gibt es viele. So war beispielsweise die Empörung gross, als die St. Galler Bewerbung für einen der Netzwerkstandorte des nationalen Innovationsparks in Bern nicht berücksichtigt wurde. Das sei «nicht nachvollziehbar», meinte Regierungsrat Beni Würth (CVP). Auch beim Raumkonzept des Bundes spielt St. Gallen keine grosse Rolle, da es sich eher auf die grossen Zentren fokussiert. Nun geht die Angst um, dass man deswegen bei zukünftigen Investitionsentscheiden des Bundes leer ausgehen wird. «Werden grosse Brocken verteilt, wird man sagen, da sei die Ostschweiz mitgemeint», sagte die St. Gallen Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP) Mitte Jahr im St. Gallen Tagblatt. Sie – wie auch ihr Ständerats-Kollege Paul Rechsteiner (SP) – sehen das Problem darin, dass die Ostschweiz nach wie vor nicht mit vereinten Kräften auftritt. Damit haben die St. Gallen Ständeräte sicher Recht, auch wenn hierbei noch die Enttäuschung darüber mitschwingt, dass ihre Idee einer Metropolitanregion Ostschweiz nicht überall auf Gehör stiess. Doch das Problem sind nicht die anderen, das Problem ist man selber. Das gilt sowohl für die Idee einer Metropolitanregion als auch für die Bewerbung für den Innovationspark. Weder der Thurgau noch gewisse Regionen des Kantons St. Gallen konnten sich dafür begeistern. Das Urteil des Expertengremiums, welches sich gegen den Innovationspark entschied, spricht dazu Klartext:  Es handle sich bei der Bewerbung eher um einen Wunschkatalog einiger Firmen als um ein seriöses Ansiedlungsprojekt, wird der negative Entscheid begründet. Das heisst nichts anderes, als dass sich die St. Gallen einfach zu schlecht verkauft haben.

Thurgau:

Im Kanton Thurgau bewegt sich die Welt langsam. Dieses Jahr sogar noch langsamer als sonst. Obwohl der Kanton bei Zuwanderern beliebt ist, machte sich dieses Jahr eine kleine Schwäche beim Wohnbau sowie bei der Zuwanderung bemerkbar. Doch beide bewegen sich nach wie vor im Schweizer Vergleich auf so hohem Niveau, dass deswegen niemand im Thurgau nervös wird. Das gilt auch für die Finanzen, welche man dank der Leistungsüberprüfung, im Volksmund unter dem Namen «LÜP» bekannt, wieder einigermassen ins Lot gebracht hat. Aus den Fehlern bei den Gesundheitskosten hat man gelernt, sie aber noch nicht ganz korrigieren können. Die Personalkosten sind ebenfalls hoch, weshalb der budgetierte Selbstfinanzierungsgrad fürs 2017 gerade mal 33 Prozent beträgt. Trotzdem rechnet man im Budget 2017 wieder mit schwarzen Zahlen – nicht zuletzt dank dem nationalen Finanzausgleich.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie im Baublatt 44 vom 4. November 2016.

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