Bauregion Bern: im Westen viel Neues

Bauregion Bern: im Westen viel Neues

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:
Die Meinen-Überbauung kommt auf dem Areal der gleichnamigen Grossmetzgerei in Berns Mattenquartier zu stehen. 8zvg)

In der Ausgabe vom 5. Juni blickt das Baublatt nach Bern, Solothurn und Aargau und zeigt, was dort die grossen Themen der Baubranche sind. Daneben werden spannende Bauprojekte aus diesen Regionen vorgestellt. Drei aus Bern präsentiert baublatt.ch vorab.


Ein «Leuchtturm» im Mattenquartier
Bern –
Verlässt die Grossmetzgerei Meinen das Mattenhofquartier, wird das Areal überbaut: Bis 2020 sollen dort auf rund 3000 Quadratmetern 200 Wohnungen zu stehen kommen. Gewerbeflächen sind ebenfalls vorgesehen. Zudem sollen der Öffentlichkeit zugängliche Grünräume zwischen den einzelnen Bauten geschaffen werden. Die Personalvorsorgestiftung PAT BVG will rund 100 Millionen in das Bauvorhaben investieren. Mit dem Projekt wolle die Stadt hoch hinaus, kommentierte die Zeitung «Der Bund», als das Bauvorhaben den Medien vorgestellt wurde. Denn Markenzeichen des Gebäudekomplexes aus der Feder des Berner Büros GWJ Architektur ist ein neunstöckiger Turm, die Gebäude der Umgebung sind lediglich zwischen drei und vier Etagen hoch. «Wir bauen mit dem Projekt einen Stadtteil um», sagte Stadtplaner Mark Werren gegenüber der Zeitung. Der enge Austausch zwischen Bauherr, Jury, Stadt, Planungsbüros und der Quartierskommission gilt für Werren als «mustergültiges Beispiel» wie verdichtetes Bauen auf urbanem Gebiet angegangen werden kann. Der Baustart ist für Herbst 2016 vorgesehen. Bevor aber die Bagger auffahren können, muss der Souverän noch der für das Projekt nötigen Umzonung zustimmen.

Mehr Informationen: www.qm3.ch/meinen-areal

100-Meter-Turm vor den Toren Berns
Ostermundigen
– Auch um Bern herum setzt man auf Türme und Verdichtung: Kann die Gemeinde Ostermundigen ihre Pläne realisieren, blickt man vom Dach des Stade de Suisse dereinst gleich auf drei Hochhäuser, nämlich auf das Swisscomhochhaus (75 Meter), den Postfinance Tower (55 Meter) und das Ostermundiger Bärenhochhaus mit 100 Metern. Das Bärenhochhaus ist das Herzstück des Projektes «Zentrum Bären», für welches bis Anfang April die für den Bau nötige Überbauungsordnung öffentlich auflag. Der Widerstand gegen das Projekt, zu dem neben dem Turm noch ein separates Gebäude mit Laden- und Büroflächen, ein Platz sowie ein Park gehören, ist klein. Gerade mal drei Einsprachen sind laut einem Bericht der Berner Zeitung (BZ) gegen den Komplex aus der Feder Burkard Meyer Architekten eingegangen. Einer der Einsprecher war der Berner Quartierverein Burgerfeld, der das 100-Meter-Gebäude als zu hoch erachtet. Zudem störte man sich beim Verein daran, dass kein Architekturwettbewerb durchgeführt worden ist. Dazu schreibt die mit Bauvorhaben beauftragte Generalunternehmerin Halter AG auf ihrer Projektwebsite, dass sich Gemeinde und Grundeigentümer 2010 mit einer Testplanung und einem Variantenstudium für ein wettbewerbsähnliches Verfahren entschieden hätten. – Es wird mit Baukosten von rund 140 Millionen Franken gerechnet. In einem nächsten Schritt stimmen die Ostermundiger in der zweiten Jahreshälfte über die Überbauungsordnung ab.  Mit der Realisierung rechnet die Halter AG zwichen 2017 und 2019.

Mehr Informationen: www.zentrumbaeren.ch

Der «Starchitekt» und die Sternwarte
Niedermuhlern 
– Schon als Kind war Willy Schaerer (1903 bis 1982) von den Sternen fasziniert. Im Alter von 48 Jahren erfüllte sich der Fabrikant und Konstrukteur schliesslich seinen Bubentraum und baute seine eigene Sternwarte auf der Uecht. Sein Interesse für das Universum war viel mehr als eine Liebhaberei: Er hat in enger Zusammenarbeit mit dem Astronomischen Institut verschiedenste Fernrohre entwickelt und wurde dafür 1971 mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Kurz vor seinem Tod überführte Schaerer die Sternwarte in eine Stiftung und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich. Seither ist das auf 1000 Metern über Meer gelegene, kleine Gebäude mit der Kuppel ein beliebtes Ausflugsziel, tagsüber als Aussichtspunkt und nachts als Observatorium. Allerdings ist die Sternwarte für ihre zahlreichem Besucher zu klein geworden. Deshalb plant der Stiftungsrat einen Neubau und fragte dafür Mario Botta an. Der Tessiner «Starchitekt» sagte zu: Damit die alte Beobachtungstation bestehen bleiben kann, schlägt er vor, die neue in den Boden zu verlegen. Dazu will er die bestehende Erhebung auf der Uecht verstärken und so eine nach allen Seiten offene Plattform schaffen. In ihrer Mitte soll ein sieben Meter hoher Turm zu stehen kommen, auf dessen Dach das neue Observatorium eingerichtet wird. Das Bauvorhaben ist mit rund fünf Millionen Franken veranschlagt. Für die Finanzierung dürfte hilfreich sein, dass die Stiftung der Sternwarte durch eine starke Trägerschaft abgestützt wird. Unter anderem sind das Astronomische Institut der Universität Bern dabei, der Naturpark Gantrisch und die Regionalkonferenz Bern. Zudem laufen zwei Fundraising-Projekte, über die Interessierte Mitglied der Sternwarte werden können.

Mehr Informationen: www.uecht.ch

(mai)