Baumethoden für Luzerner Tiefbahnhof bestimmt

Baumethoden für Luzerner Tiefbahnhof bestimmt

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Beim Güterbahnhof Luzern werden derzeit geotechnische Untersuchungen durchgeführt. Einerseits, um die Verhältnisse im Luzerner Untergrund aufzuzeigen, die für den Bau des Luzerner Tiefbahnhofs notwendig sind. Andererseits, um die Kosten möglichst genau einschätzen zu können.
 
 
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Unter anderem soll die neue Bahninfrastruktur die Bahnlinie Zürich-Zug-Luzern entlasten.
 
18 Meter tief, vier Meter breit und 12 Meter lang ist der Schacht beim Güterbahnhof Luzern. Regierungsrat Robert Küng strahlte, als er am Donnerstagmorgen, in 18 Meter Tiefe, den Medien diesen Versuchsschacht vorstellen durfte. "Der Ort ist für uns von grosser Bedeutung", sagte er. In dieser Tiefe nämlich soll einst der Luzerner Tiefbahnhof entstehen. Dort sollen die Perrons sein, an denen die Züge der Linie Zürich-Zug-Luzern halten.
 
Und diese Züge sollen - wenn der Durchgangsbahnhof fertiggestellt ist - weiterfahren und nach einer Schlaufe zwischen Gütschtunnel und Schönheimtunnel auf die bestehende Linie Bern/Westschweiz und Basel/Nordschweiz treffen. Ende November 2009 hatte das Luzerner Stimmvolk mit dem klaren Ja zum Vorprojektierungskredit in der Höhe von 20 Mio. Franken das Projekt Tiefbahnhof forcieren wollen. Mitte 2013 soll nun das Vorprojekt - inklusive vertieftem Studium des Durchgangsbahnhofs - erstellt sein. Danach wird ein Auflageprojekt angestrebt. "Bereits jetzt aber wissen wir, dass und wie der Tiefbahnhof technisch machbar ist", sagte Küng.
  
Möglichst genaue Kostenschätzung
 
Ziel der geotechnischen Versuche, die noch bis Ende Jahr dauern, sei es, eine "Bestvariante vorzulegen", sagte Küng weiter. Dazu zählen die Linienführung, der Zugang zur Bahn mit den relevanten Kundenströmen, die Abklärung des Seegrunds und der Grundwassersituation im Bahnhofgebiet. "Und wir wollen die Kosten mit einer Genauigkeit von plus/minus 20 Prozent darstellen können", sagte er.
  
Geologie und Hydrogeologie seien bei einem Unterbauwerk in der Grösse des Tiefbahnhofs gewichtige Einflussfaktoren, betonte auch Kantonsingenieur Rolf Bättig. Der Versuchsschacht liefert die erforderlichen geotechnischen Kenntnisse. Er zeige auch auf, ob die Unterführung von Grundwasserströmen möglich sei und welche Baumethoden angewendet werden müssen.
  
Regierungsrat Küng gab sich am Donnerstag weiterhin überzeugt, dass das milliardenteure Projekt Tiefbahnhof auf dem richtigen Weg sei. Bundesrätin Leuthard habe mehrmals die Sympathie des Bundesrats für den Tiefbahnhof ausgedrückt, gleichzeitig aber auch ermuntert, nach Optimierungen zu suchen. "Diesem Auftrag gehen wir natürlich nach", sagte Küng. (sda)