Baumeister und Infra wollen zweite Gotthardröhre

Baumeister und Infra wollen zweite Gotthardröhre

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Teaserbild-Quelle: zvg

Das Referendum gegen die von Bundesrat und Parlament geplante zweite Röhre durch den Gotthard ist zustande gekommen. Der Schweizerische Baumeisterverband und der Fachverband Infra unterstützen den Sanierungstunnel.

Bundesrat und Parlament wollen eine zweite Röhre durch den Gotthard bauen. Er soll den Nord-Süd-Verkehr aufnehmen, während der bestehende Tunnel saniert wird. Danach will man beide Röhren für den Verkehr öffnen, allerdings nur je einspurig. Eine neue Gesetzesvorschrift soll zudem dafür sorgen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Die Pläne aus Bundesbern schmecken nicht allen. Ein Komitee aus über 50 nationalen, regionalen und lokalen Organisationen und Parteien – zusammengeschlossen im Verein „Nein zur 2. Gotthardröhre“ – hat  deshalb das Referendum ergriffen. Nur wenige Monate nach dem Start der Unterschriftensammlung ist es zustande gekommen. Das bedeutet, dass Herr und Frau Schweizer über den Bau einer zweiten Gotthardröhre zwecks Sanierung des bestehenden Tunnels abstimmen werden.

Gesetz ist „keine Versicherung“

Der Verein befürchtet, dass eine Verdoppelung der Röhren über kurz oder lang zu einer Verdoppelung der Fahrspuren und einer Verdoppelung der Lastwagen führt. Dies würde zu mehr Lärm, Abgasen, Staus und Unfällen auf der gesamten Nord-Süd-Achse führen, heisst es. „Das politische Versprechen, die Beschränkung der Kapazitäten in ein Gesetz zu schreiben, ist eine nette Idee, aber keine Versicherung gegen die Lastwagenflut“, so Caroline Beglinger, Co-Präsidentin des Vereins.

Ersatzröhre "überzeugt"

Der Schweizerische Baumeisterverband und der Fachverband Infra werden in der bevorstehenden Abstimmung die bundesrätlichen Pläne unterstützen. Der Bau einer Ersatzröhre ohne Kapazitätsausweitung überzeuge in wirtschaftlicher, ökologischer und sicherheitstechnischer Hinsicht, heisst es in einer Mitteilung. Die beiden Organisationen sind überzeugt: Nur so werden das Tessin und die Zentralschweiz von den negativen Auswirkungen einer Sperrung verschont. Und nur so kann Ausweichverkehr über andere Alpenübergänge vermieden werden. „Da die geologischen Bedingungen am Gotthard bekannt sind, kann eine Ersatzröhre ohne grössere Risiken realisiert werden. Diese vereinfacht zudem auch alle künftigen Sanierungen, die im gleichen Umfang mindestens alle 40 Jahre nötig sein werden.“ (pd/mt)

Quelle: 
zvg
125‘573 Personen haben das Referendum unterschrieben