Baumaschinen-Messe: Von Maschinen und Menschen

Baumaschinen-Messe: Von Maschinen und Menschen

Teaserbild-Quelle: Claudia Bertoldi
Von Maschinen und Menschen

Vier Tage lang drehte sich auf der Luzerner Allmend alles um Baumaschinen, Baufahrzeuge, Bautechnik und Baustelleneinrichtungen. Doch die Baumag weist auch neue Wege: Digitales Bauen und Technik werden bei der Planung, Bauausführung und Überwachung immer aktueller.

Die Baumag 2019 war laut dem Veranstalter wieder ein grosser Erfolg. Wo anderen Messen die Besucher ausgehen, ist das Baugewerbe nach wie vor ein Publikumsmagnet. Mit 18 560 Gästen wurden die Besucherzahlen der vorangegangenen Ausgabe quasi egalisiert. Noch wichtiger: zufriedene Aussteller und Kunden. Rund 200 Firmen stellten ihre neusten Baumaschinen, Geräte, Werkzeuge, Baustelleneinrichtungen und Dienstleistungen vor und trafen auf ein interessiertes Fachpublikum. «Die Nachfrage nach Standflächen an der Baumag war gross. Wir haben ein volles Haus. Die Baumaschinen-Messe ist inzwischen eine national etablierte Plattform und für Aussteller wie Baufirmen sehr attraktiv», erklärte Messeleiter Andreas Hauenstein zur Eröffnung. Viele Fachleute nutzten die Gelegenheit, sich beraten zu lassen und Geschäfte direkt vor Ort abschliessen.

«Wer als Maurer arbeitet, muss gerne mit den Händen arbeiten und anpacken wollen. Auf sich alleine gestellt ist man dabei nie, arbeitet man doch im Team», sagte der Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbands, Benedikt Koch. «Das war 1933 so, und das ist auch 2019 noch so.» Dennoch hat sich vieles geändert: Neue Techniken und Maschinen erfordern ständige Weiterbildung. Die Digitalisierung spielt in vielen Baubereichen eine immer grössere Rolle. Smartphone und Tablet werden auf den Baustellen zu wichtigen Arbeitsinstrumenten.

Sie eröffneten die Baumag: André Biland, Geschäftsleiter ZT Fachmessen AG, Benedikt Koch, Direktor Baumeisterverband und Andreas Hauenstein, Messeleiter ZV Fachmessen AG.
Quelle: 
Claudia Bertoldi

Sie eröffneten die Baumag: André Biland, Geschäftsleiter ZT Fachmessen AG, Benedikt Koch, Direktor Baumeisterverband und Andreas Hauenstein, Messeleiter ZV Fachmessen AG.

Fit für die Zukunft

Das Ziel müsse deshalb sein, die Aus- und Weiterbildungen im Bauhauptgewerbe so zu modernisieren, dass digitale Fachkompetenzen mindestens so umfassend vermittelt werden wie traditionelle Arbeitstechniken. BIM-Software müsse auf dem Bau bald ebenso vertraut sein wie die Maurerkelle, Tablets, Drohnen und sonstige digitale Arbeitsgeräte. Der Bund und alle bundesnahen Betriebe planen, ab 2021 für Immobilien und ab 2025 für Infrastrukturanlagen die BIM-Methode verpflichtend vorzuschreiben. Der Termin sei zwar sehr optimistisch gewählt, doch Schweizer ­Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter für die ­Zukunft fit machen. «Das Know-how der Menschen – vom Bauarbeiter, über Planer bis zum Ingenieur und Architekten – muss gebührend einbezogen werden. Ich bin überzeugt, auch in Zukunft spielt auf der Baustelle der Mensch die entscheidende Rolle», betonte Koch.

Wie dies bereits heute praktisch realisiert wird, berichteten Fachleute aus unterschiedlichen Gewerken im Forum «Baukader goes digital». Die sechs gut besuchten Referate gaben Einblick und Auskunft über Projekte des Hoch-, Tief- und Holzbaus, die mithilfe 3D-Maschinensteuerung, digitalem Baustellenmanagement und digitaler Vermessung erstellt wurden. 

Die Digitalisierung hält auch zunehmend im Maurerberuf Einzug. Dies war beim Schaumauern des Nachwuchses direkt zu erleben, der seine anstehenden Aufgaben zunächst am Computer plante und visualisierte und sich danach an die praktische Umsetzung des dekorativen Mauerwerks machte. Die improvisierte Baustelle im Eingangsbereich der Messe erwies sich als regelrechter Publikumsmagnet. Lobende Worte und gute Tipps der «alten Hasen» werden Jérôme Hug, dem Schweizer Meister der Maurer, sicher Ansporn bei seinem Start an den 45. Berufsweltmeisterschaften World Skills 2019 in Kazan sein. 

Baukader Schweiz informierte an seinem Stand über die Digitalisierung auf der Baustelle und bot als Rahmen­programm praxisnahe Referate an. 
Quelle: 
Claudia Bertoldi

Baukader Schweiz informierte an seinem Stand über die Digitalisierung auf der Baustelle und bot als Rahmen­programm praxisnahe Referate an. 

Sicherheit geht immer vor

Erstmals vor Ort war das Bildungszentrum Bau des Campus Sursee und leistete Aufklärungsarbeit zu gesetzlichen Bestimmungen und Richtlinien. Jedes Jahr verunfallen in der Schweiz 250 000 Menschen bei der Arbeit, 100 Menschen verlieren ihr Leben. Am Stand der Suva stand deshalb dieses Mal neben der Sicherheits-Charta und den lebenswichtigen Regeln sowie der fachspezifischen Baumaschinenführerausbildung die Arbeit mit hydraulischen Schnellwechslern im Mittelpunkt. Noch bis 2025 darf in der Schweiz mit Schnellwechslern an Baggern gearbeitet werden, deren sicheres Ankoppeln nicht gewährleistet ist, eine Liste mit sicheren Lösungen existiert bereits. Maschinisten müssen für diese Gefahren sensibilisiert werden und auf der Baustelle wichtige Sicherheitsregeln beachten, um sich und ihre Kollegen nicht zu gefährden. Die wichtigste Regel lautet: Drei Sekunden Gegendrucktest! Erst dann ist sicher, dass das schwere Anbaugerät fest sitzt.

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Redaktorin Baublatt

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