Baumag: Baumeister-Direktoren geben sich an der Eröffnung die Klinke in die Hand

Baumag: Baumeister-Direktoren geben sich an der Eröffnung die Klinke in die Hand

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Alle nachfolgenden Bilder: Stefan Breitenmoser

Gestern wurde auf der Allmend in Luzern die 18. Baumaschinen-Messe im Beisein des ehemaligen und des aktuellen Direktors des Schweizerischen Baumeisterverbandes feierlich eröffnet. Dabei ging es vor allem um die Zukunft der Baubranche.

„In all den Jahren haben wir noch nie einen derart grossen Zuspruch von Seiten der Aussteller erhalten wie dieses Mal“, meinte Baumag-Messeleiter, Andreas Hauenstein, zu Beginn der Eröffnungsfeier gestern in Luzern. Schon im Sommer sei die Messe ausgebucht gewesen. „Die Aussteller identifizieren sich mit der Messe und dem Standort.“ Dem pflichtete auch der Luzerner Regierungsrat Robert Küng bei, der die Grussworte des Kantons überbrachte. „Die Bauunternehmungen sind gefordert, weil das Marktumfeld momentan hart ist“, sagte Küng. Deshalb sei es wichtig, neue Entwicklungen nicht zu verschlafen. „Die Baumag ist ein guter Ort, um sich zu informieren und zu treffen“, so der Vorsteher des kantonalen Baudepartements.

Sich Herausforderungen stellen

Das eher raue Marktumfeld war denn auch Thema des Referats des aktuellen Direktors des Schweizerischen Baumeisterverbandes, Benedikt Koch. Unter dem Titel „Ausblick in eine spannende Zukunft“ stellte er drei Strategien vor, wie kommende Herausforderungen zu meistern seien, „wobei zwei Strategien aus meiner Sicht kaum erfolgreich sein werden“, so Koch. Wenig Erfolg würden Unternehmer nämlich haben, wenn sie das handwerkliche Bauen aufgeben, sich nur auf das Management von Akkordanten konzentrieren und „nur noch mit dem Firmenlogo auf der Baustelle präsent sind“. „Ein Bauunternehmen braucht für den Erfolg keine Schreibtischtäter, sondern Frauen und Männer, die ihr Handwerk verstehen.“

Ebenfalls keinen Erfolg verspricht sich Koch davon, wenn man sein Heil in der Marktabschottung sucht. „Die Verlockung ist gross, angesichts des grossen Konkurrenzdrucks, neue Gesetzesparagraphen zum Schutze des heimischen Schaffens zu fordern. Diesem Drang darf man nicht nachgeben“, so Koch. Denn es sei niemanden geholfen, wenn stets neue Vorschriften das Bauen behindern und verteuern. Die einzige Lösung sei deshalb, die Herausforderungen mutig anzupacken und innovativ zu sein. „Wer als Baumeister erfolgreich sein will, muss sich jeden Tag bemühen, noch besser und noch effizienter zu werden“, meinte der Baumeister-Chef. Dafür brauche es ein motiviertes und gut ausgebildetes Team und die Bereitschaft, neue Maschinen, neue Geräte und neue Technologien in den Arbeitsalltag einzubinden – „sowohl analog als digital“. Die Baumag könne hierbei helfen, Hemmschwellen abzubauen. 

Faszination Baumaschine

Eher versöhnliche Töne schlug hingegen der ehemalige Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes, Daniel Lehmann, in seinem Referat mit dem Titel „Im Banne der Baumaschine“ an. Die Faszination für Baumaschinen beginne schon im Spielzimmer. „Die leuchtenden Augen von Kindern, die mit Baggern, Kränen, Lastwagen und Bulldozern Lasten transportieren, im Sand Tunnel, Gebäude und Strassen bauen“, erzählte Lehmann. Doch auch Grösse, Kraft und Zweck der Baumaschinen seien Gründe für die Faszination. „Mit einem Knopfdruck können Berge versetzt, riesige Gräben ausgehoben und ganze Gebäude verschoben werden. Diese Möglichkeit werden bestaunt.“

Bestaunt würden aber auch die Fähigkeiten der Maschinenführer und des Baustellenpersonals. Dank der Professionalität seien Effizienz und Sicherheit schon lange keine Gegensätze mehr. „Die interessierte Öffentlichkeit nimmt wahr, wie anspruchsvoll die Arbeit auf Baustellen, die Bedienung und der Einsatz der Baumaschinen ist“, so Lehmann. Und nur so gelänge es, ein positives Image der Baubranche zu schaffen. Wichtig sei dabei aber, dass der Baumaschinenhandel und das Baugewerbe „Hand in Hand“ gehen. „Legen wir gemeinsam dar, dass wir eine Branche sind, die auf der Höhe der Zeit ist und es auch in Zukunft versteht, mit den neuen technischen, organisatorischen und digitalen Errungenschaften umzugehen und daraus den entsprechenden Nutzen zu ziehen“, meinte Lehmann. Eine gute Möglichkeit, sich über neue Trends zu informieren und die Leistungen der Branche einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, sei natürlich die Baumag. Diese läuft noch bis kommenden Sonntag. (Stefan Breitenmoser)