Bauindex: Bauhauptgewerbe bleibt auf Erholungskurs

Bauindex: Bauhauptgewerbe bleibt auf Erholungskurs

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Der Schweizer Bauindex verharrt im vierten Quartal auf hohen 144 Punkten. Die erwarteten Umsätze liegen somit im Bereich des Vorquartals. Weiterhin auf Wachstumskurs befindet sich der Tiefbau, während der Hochbau nachgegeben hat.

Im vierten Quartal hat sich der Bauindex des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) und der Credit Suisse nicht verändert und liegt nach wie vor bei 144 Punkten. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist er allerdings um 14 Punkte oder 10,7 Prozent gestiegen. Zu rund drei Vierteln ist dies dem Tiefbau zuzuschreiben. Im Vorquartalsvergleich ist in diesem Bereich ein Anstieg um 4,9 Prozent zu verzeichnen. Im Vorjahresvergleich liegt der Tiefbauindex 16,4 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Allerdings dürfe diese Entwicklung nicht überbewertet werden, schreibt der SBV, seien doch die Tiefbauumsätze typischerweise grossen Schwankungen ausgesetzt und stark von Grossprojekten getrieben. „Innert Jahresfrist rechnen wir eher wieder mit leicht rückläufigen Umsätzen. Langfristig besteht jedoch auch in der Schweiz ein hoher Investitionsbedarf bei der Infrastruktur.“ Treiber sei insbesondere die in den Agglomerationen teils überlastete Verkehrsinfrastruktur.

Wohnungsbau als Hauptimpuls

Im Gegensatz zum Tiefbau ist der Hochbauindex gegenüber dem Vorquartal um 5,2 Prozent gesunken. Saison- und arbeitstagbereinigt wird in diesem Bereich ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorquartal erwartet, und zwar sowohl für den Wohnungs- (minus 6 Prozent) als auch für den Wirtschaftsbau (minus 1,3 Prozent).

Mit 116 Punkten liegt der Hochbauindex aber immer noch 5,1 Prozent über dem Vorjahresquartal. Hauptimpulsgeber bleibt dabei der Wohnungsbau (plus 7,3 Prozent). Aber auch der Wirtschaftsbau (plus 5,5 Prozent) ist stärker unterwegs als im Vorjahr. Nur der öffentliche Hochbau trägt negativ zum Ergebnis bei (minus 6,1 Prozent).

Der SBV rechnet damit, dass die Wohnbautätigkeit über das laufende Jahr hinaus anhalten dürfte, denn in den letzten zwölf Monaten sind 51‘200 Wohneinheiten zum Bau bewilligt worden, 3,5 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Auch die Baugesuche liegen mit plus 0,9 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau.

Viel geplant in der Westschweiz

Die Projektierungstätigkeit hat mit einem schweizweiten Volumen von 18,9 Milliarden im letzten Halbjahr zugenommen und liegt jetzt fünf Prozent über dem zehnjährigen Mittelwert. Insbesondere in weiten Teilen des Genferseebogens, in Freiburg, Luzern, Tessin, Basel-Stadt sowie im nördlichen Kanton Zürich werden laut Index überdurchschnittlich viele neue Projekte geplant. Unter dem Durchschnitt liegen 66 der insgesamt 110 Wirtschaftsregionen, wobei weiterhin der Alpenraum an erster Stelle steht. Er bleibe vom Zweitwohnungsgesetz gezeichnet, heisst es. Nur in einzelnen Talschaften seien die Aussichten auf Aufträge für die Bauwirtschaft überdurchschnittlich gut.

Einen Rückgang der Planung für Neubauten orten SBV und CS am Zürichsee und in weiten Teilen der Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Solothurn. (mt/pd)