Bauhauptgewerbe blüht noch immer

Bauhauptgewerbe blüht noch immer

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Auch im vierten Quartal sind die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe um 5,4 Prozent gestiegen, ein Plus, das genau auch dem Gesamtjahr 2011 entspricht. Bei einem Anstieg von +9 Prozent bei den Auftragseingängen und von +6,6 Prozent bei den Arbeitsvorräten blickt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) trotz konjunktureller Unwägbarkeiten vorsichtig optimistisch ins laufende Jahr. Dies geht aus einem Communiqué des Verbands hervor.
 
 
Für das gesamte Jahr beliefen sich die Umsätze auf 19,7 Milliarden Franken. Je nach Sparten ergaben sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen. Laut dem SBV fielen die markantesten Steigerungen beim Tiefbau mit +9,5% und beim Wohnungsbau mit +7,8% aus. Der Einbruch in der Sparte Wirtschaftsbau von –9% ist dagegen keine eigentliche Überraschung, ergibt er sich doch aus der Zurückhaltung vieler Unternehmen angesichts europäischer Finanzkrise und Frankenstärke. Witterungsbedingt nahmen die Bauvorhaben für dieses Quartal um –10,4% ab, wie aus der Umfrage des SBV bei 1615 Baufirmen hervorgeht.

Dynamischer Wohnungsbau

Gegenüber dem dritten Quartal 2011 legte der Wohnungsbau im vierten Quartal um 14,1% zu. Ermutigend sind auch die Zunahmen beim Auftragseingang mit +11,9% und beim Arbeitsvorrat mit +10,6%. Der SBV erwartet in dieser Sparte nach wie vor eine sehr positive Entwicklung, vor allem angesichts des sich weiterhin abzeichnenden tiefen Zinsumfeldes und der andauernden Attrraktivität des Schweizer Arbeitsmarktes, der eine hohe Zuwanderungsrate generiert. Diese Erwartung teilen auch die Autoren der soeben publizierten Studie über den Schweizer Immobilienmarkt der Credit Suisse, die wir an dieser Stelle am Mittwoch vorgestellt haben.

Verlässlicher Tiefbau

Der Umsatz des vierten Quartals lag mit +6% tiefer als der Gesamtjahresumsatz mit +9,3%. Hier besteht die Hoffnung, dass auch die öffentliche Hand angesichts einer verlangsamten Konjunktur Ausbau und Infrastruktur nach wie vor nicht vernachlässigt, wie der SBV ausführt.

Gedämpfte Erwartungen für den Wirtschaftsbau

Wie der SBV mitteilt, spürt das Bauhauptgewerbe in der Sparte Wirtschaftsbau konjunkturellen Gegenwind. Nicht nur wegen der ungünstigen Wetterverhältnisse wird für das erste Quartal des laufenden Jahres ein Minus von 26,7% bei den Bauvorhaben registriert. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten und des starken Frankens dürften verschiedene Projekte aufgeschoben worden sein. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits im vierten Quartal 2011 mit einem Rückgang von –9,3% ab (Gesamtjahr –9%).

Rückgang im ersten Quartal 2012 vor allem wetterbedingt

Vor allem die ungewöhnliche Kältewelle, genau zu dem Zeitpunkt, an dem üblicherweise die Wiederaufnahme von Bauarbeiten erfolgt, führte zu einer Abnahme von Bauvorhaben um –10,4%. Erst ein späterer Rückblick wird zeigen, ob bei dieser Abnahme auch andere Faktoren mit im Spiel waren. Immerhin lassen die nach wie vor hohe Zahl baubewilligter Wohnungen und die soliden Auftragseingänge (+9%) Raum für vorsichtigen Optimismus.
 
Obwohl in diesen Tagen die allerneuesten Konjunkturprognosen für die Schweiz etwas nach oben korrigiert werden, rechnet der SBV doch mittel- bis langfristig mit einer Abkühlung, alllerdings auf hohem Niveau.

Weniger Festangestellte und Lehrlinge - höherer Produktivität

Von Dezember 2010 zu Dezember 2011 betrug der Rückgang bei den Festangestellten etwas über 4%. Der Schweizerische Baumeisterverband SBV erkennt darin einen langfristigen Trend zu vermehrtem Einsatz von Maschinen, von vorgefertigten Bauteilen, sowie von höher qualifiziertem Personal mit entsprechend höherer Produktivität. Bei den Lehrlingen betrug der Beschäftigten-Rückgang sogar knapp 6 %. Die Suche nach geeigneten Lehrlingen gestaltet sich, vor allem auch in städtischen Gebieten zunehmend schwieriger. (mai/zvg)