Baubranche diskutiert über Privatisierung der Schweizer Autobahnen

Baubranche diskutiert über Privatisierung der Schweizer Autobahnen

Gefäss: 

Eine Privatisierung der Autobahnen könnte für die Schweiz grosse Vorteile bringen. Profitieren würden vor allem Autofahrer und die öffentliche Verwaltung, sagt Klaus Schierhackl, Vorstandsdirektor der Österreicher Betreibergesellschaft ASFINAG.

Schierhackl sprach am Donnerstag in Luzern an der jährlichen Tagung des Fachverbandes Infra, der Branchenorganisation der Strassen- und Schienenbauer. Er sprach sich für eine klare Trennung zwischen Aufsichtsbehörde und Infrastrukturbetreiber, wie sie Österreich kennt, aus. Eine unternehmerisch ausgerichtete Gesellschaft realisiere nur Bauprojekte, die für das Leistungsangebot nötig seien, sagte Schierhackl. Lokale Begehrlichkeiten blieben auf ein normales Mass begrenzt. Mauteinnahmen stünden direkt für den Betrieb, Unterhalt und den Ausbau der Strecken zur Verfügung. Damit sei über viele Jahre ein konstantes und planbares Budget für bauliche Instandsetzungen und Neubauten vorhanden, erklärte der Autobahnbauer.

Kundenservice im Vordergrund

Die Privatisierung stelle sicher, dass der Kundensicht ausreichend Beachtung geschenkt werde. Der Fokus liege auf mehr Verkehrssicherheit, weniger Staus und der Service-Entwicklung wie etwa neue Verkehrsinformationssysteme. Wenn die privatrechtliche Betreiber im Eigentum des Staates bleibe, würden öffentliche Interessen die Entscheidungen des Managements weiterhin beeinflussen, aber dennoch die betriebswirtschaftlichen Aspekte wie Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit vorherrschen, sagte Schierhackl.

Rücksicht auf das Volk

Verkehrsministerin Doris Leuthard erklärte an der Tagung, dass wer Infrastrukturen plane und baue, in grossen Zeithorizonten denken müsse. Es sei wichtig, die Bevölkerung bei grossen Bauprojekten im Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Dieser Grundsatz dürfe aber nicht zu einer "Einsprachen- und Beschwerde-Demokratie" führen. (sda)