Bauboom: Vorsicht wird zur Pflicht

Bauboom: Vorsicht wird zur Pflicht

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Die Bauwirtschaft bleibt in Topform. Das zeigt die Erhebung des Baumeisterverbands bei seinen Mitgliedern. Der herrschende Bauboom bringt aber auch Übertreibungen mit sich. Deshalb nimmt der Bundesrat die Banken in die Pflicht.
 
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Die Schweizer Bauwirtschaft war auch in vergangenen Quartal gut unterwegs.
 
Normal 0 21 false false false MicrosoftInternetExplorer4 /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:10.0pt; font-family:"Times New Roman"; mso-ansi-language:#0400; mso-fareast-language:#0400; mso-bidi-language:#0400;} Konjunkturell verharrte die Schweizer Bauwirtschaft im 3. Quartal 2011 auf einem hohen Niveau. Das zeigt der Bauindex Schweiz, der gemeinsam von der Credit Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) publiziert wird. Sowohl der Tiefbau als auch der Hochbau verbleiben auf ihren Vorquartalsständen. Der Hochbau dürfte sich in den kommenden Quartalen zu neuen Höhen aufmachen. Der Ausschlag dafür gibt der Wirtschaftsbau, der zum ersten Mal seit vier Quartalen Wachstumssignale aussendet. Die Wachstumspause im Wohnungsbau dürfte lediglich dem Durchatmen vor der nächsten Runde dienen. Die Bewilligung von gut 50000 Wohnungen in den letzten 12 Monaten sorgt für anhaltenden Schub, auch wenn erfahrungsgemäss nur etwa 90 Prozent davon realisiert werden.

Die Stabilisierung des Tiefbaus auf hohem Niveau zeigt, dass die seit 2009 dynamische Produktion im Infrastruktur- und Verkehrsbereich keine Eintagsfliege ist. Der starke Franken tangiert die Baubranche aufgrund der hohen Binnenorientierung nur punktuell. Allenfalls macht sie sich in Form sinkender Preise vereinzelter Baumaterialien positiv bemerkbar. Der Bau gehört zu den wenigen Branchen, die von den Währungsturbulenzen nicht negativ tangiert werden. Eine Ausnahme sind im Ausland agierende Unternehmen. Sie sind auf vorfabrizierte Elemente angewiesen, die zu Schweizer Löhnen hergestellt werden.

Hypotheken: Vorschrift für Banken

Der Bundesrat will, dass der herrschende Bauboom nicht zu einer Immobilienblase führt. In bestimmten Fällen sollen Banken Hypothekarforderungen mit mehr Eigenmitteln unterlegen müssen. Als Folge der vorteilhaften Zinssituation sei bei den Banken eine erhöhte Kreditvergabe für Wohnimmobilien festzustellen, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Diese Tendenz werde - im Sinne eines ungewollten Nebeneffekts - noch verstärkt durch die aktuellen geldpolitischen Massnahmen der Nationalbank.

Der intensive Wettbewerb habe zudem dazu geführt, dass die Banken die Tragbarkeits- und Belehnungsbestimmungen teilweise wieder weniger streng handhabten. Dieser Entwicklung wolle der Bundesrat mit strengeren Vorgaben für die Eigenmittelunterlegung entgegenwirken. Per 1. Januar 2012 sollen Hypothekarforderungen, die über die üblichen Belehnungs- und Tragbarkeitsnormen hinausgehen, durch die Banken zusätzlich mit Eigenmitteln unterlegt werden müssen.

Geprüft wird zudem die Einführung eines antizyklisch wirkenden Kapitalpuffers. Dieser hätte zum Zweck, die Widerstandfähigkeit der Banken gegenüber Risiken zu stärken, die in Verbindung mit übermässigem Kreditwachstum auf dem Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt stünden.

Bald mehr Verbindlichkeit?

Voraussichtlich im September werden die Schweizerische Bankiervereinigung und die Finanzmarktaufsicht verschärfte Richtlinien für die Hypothekenvergabe bekannt geben. Bisher sind den Banken lediglich interne Regeln vorgeschrieben, die im eigenen Betrieb überwacht werden müssen. Eigenkapital von 20 Prozent bei einem Hauskauf gilt lediglich als Faustregel, und auch zur Tragbarkeitsgrenze und Amortisationsdauer gibt es keine Vorschrift. Ebenso ist momentan unklar, wie die Libor-Hypothek festgesetzt wird, wenn die Zinssätze am Geldmarkt ins Negative fallen.  (ur/sda)