Bauboom an der Limmat

Bauboom an der Limmat

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Teaserbild-Quelle: Swiss Prime Site
Der Bauboom bei den Wohn-, Industrie- und Gewerbehäusern in Zürich ist noch ungebrochen. Derzeit werden 50 der 200 der bedeutendsten Hochbau-Bauvorhaben in der Schweiz in Zürich hochgezogen.
 
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Eines der Projekte, die derzeit im Entstehen sind: der Primetower in Zürich West.
 
Von diesem gewaltigen Bauvolumen profitieren einerseits das Zürcher Bauhaupt- und Ausbaugewerbe Zürichs, andererseits aber auch die Generalunternehmer und Zulieferer. Dass die Baupreise bisher trotz der gestiegenen Nachfrage stabil geblieben sind, lässt sich der Konkurrenz von Bauunternehmen aus den benachbarten Kantonen zuschreiben, die zunehmend auch in Zürich anbieten. Dies ist in einem Artikel der aktuellen Ausgabe des „Tages Anzeigers“ zu entnehmen. Unter anderem wird Bruno Schelling von Implenia Real Estate zitiert. Er spricht von einem der höchsten Bauvorräte, die man je gehabt habe. In einer solchen Situation werden Bauherren kaum Rabatte und Skonti gewährt - diese sässen am kürzeren Hebel, erklärt auch Peter Lehmann von der Swiss Prime Site. Für Umbau-, Renovations- und Innenausbauvorhaben sei es gegenwärtig schwierig, überhaupt Handwerker zu finden, heisst es weiter.
 
Als Folge dieser Situation, leisten viele Betriebe Überstunden und der Arbeitsmarkt im Baugewerbe signalisiert sogar eine leichte Zunahme bei der Beschäftigung. Es zeigt sich überall ein Mangel an Fachkräften und auch an Lehrlingen, wie aus dem Artikel im „Tages-Anzeiger“ weiter zu entnehmen ist.

Wie lange noch?

Vorauseilende Indikatoren wie Auftragseingänge und Baugesuche kündigten klar eine Abschwächung an, schreibt der „Tages-Anzeiger“. Damit würde sich die durch frühere Konjunkturzyklen bekannte "Regel" bewahrheiten, dass der Bau erst spät auf Veränderungen im Konjunkturklima reagiert. So machen sich laut der Zeitung denn auch Vertreter des Zürcher Baugewerbes Sorgen, dass den Grossprojekten eine Flaute folgen könnte. Es gibt aber auch Faktoren, die dagegen sprechen: die vorläufig noch niedrigen Zinsen, die Konjunkturförderungsprogramme von Bund, Kantonen und Gemeinden, die Zuschüsse für Investitionen für nachhaltige, energiesparende Bauten.

Gemeinnütziger Wohnungsbau hat Priorität

Für die Stadt Zürich geniesst der gemeinnützige Wohnungsbau hohe Priorität. Dies erklärt die Stadtpräsidentin Corine Mauch einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Jede vierte Wohnung in der Stadt sei gemeinnützig. In den letzten fünf Jahren habe man im Rahmen der Neubautätigkeit diesen Anteil steigern können, so Mauch. Allerdings verfügt die Stadt laut Mauch nicht mehr über grosse Möglichkeiten, Bauland für den gemeinnützigen Wohnungsbau bereitzustellen oder neu zu beschaffen. Die Rahmenbedingungen seien grundlegend anders als vor zehn Jahren. Damals habe man noch unbebaute Industriebrachen und grössere Flächen gehabt, die man den Genossenschaften im Baurecht habe abgeben können. Heute sei weniger Boden vorhanden. Dies schränkt laut Corine Mauch den Handlungsspielraum ein. Ein grosses Potential liege noch in den gemeinnützigen Überbauungen früherer Jahrzehnte und die meist sanierungsbedürftig sind. Hier zeigt es sich immer mehr, dass durch verdichtetes Neuüberbauen mehr Wohnraum geschaffen und energetisch, ökologisch nachhaltiger gebaut werden kann. Trotz der intensiven privaten Wohnbautätigkeit will die Stadt Zürich den hohen Anteil von einem Viertel gemeinnütziger Wohnungen auf dem Stadtgebiet halten, indem entsrechende Projekte gefördert werden. (mai)