Baublatt-Analyse 3. Quartal 2015: Talfahrt der Baugesuche vorerst gebremst

Baublatt-Analyse 3. Quartal 2015: Talfahrt der Baugesuche vorerst gebremst

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Die im 3. Quartal eingereichten Baugesuche sind ein Lichtblick für die Bauwirtschaft. Gegenüber dem Vorjahresquartal erhöhten sich die geplanten Bauinvestitionen um 14,3 % und gegenüber dem vorangehenden Quartal um 11,8 %. Ihr Anstieg auf 12,79 Milliarden Franken ist, wie die Zahlen von Docu Media Schweiz GmbH zeigen, breit abgestützt durch die meisten Baukategorien.

Die im 3. Quartal eingereichten Baugesuche sind ein Lichtblick für die Bauwirtschaft. Gegenüber dem Vorjahresquartal erhöhten sich die geplanten Bauinvestitionen um 14,3 % und gegenüber dem vorangehenden Quartal um 11,8 %. Ihr Anstieg auf 12,79 Milliarden Franken ist, wie die Zahlen von Docu Media Schweiz GmbH zeigen, breit abgestützt durch die meisten Baukategorien.

Regional verzeichnete die Romandie (Vorjahresquartal: +37,8 %; vorangehendes Quartal: +37,1 %) eine kräftigere Zunahme als die Deutschschweiz (+3 %; +6 %). In den beiden vorangehenden Quartalen musste die Westschweiz allerdings einen starken Aderlass hinnehmen. Auch in der italienischen Schweiz (+150,6 %; +9,2 %), mit ihren erfahrungsgemäss grossen Schwankungen, nahmen die Baueingaben spürbar zu. Der Kanton Zürich, der im 2. Quartal (-37,3 %; -32,5 %) miserable Werte ausgewiesen hatte, konnte im 3. Quartal (+18,5 %; +56 %) wieder klar Boden gut machen.

Sanfte Landung zeichnet sich ab

Die deutliche Zunahme der geplanten Bausumme im schwachen konjunkturellen Umfeld kommt überraschend. Seit Frühjahr 2013 sind die geplanten Bauinvestitionen rückläufig. 2013 sanken sie um 16,7 % von 59,24 auf 49,34 Milliarden Franken, 2014 ging es weitere 4,4 % abwärts auf 47,14 Milliarden.

Ob es sich beim 3. Quartal um einen Ausreisser handelt, wird das nächste Quartal zeigen. Im 1. Quartal 2015 sank das Volumen der Bauprojekte im Vergleich zum Vorjahr noch um 4 % auf 12,1 Millarden Franken, im 2. Quartal um 5,5 % auf 11,44 Millarden. Der enorme Arbeitsvorrat aus der Boomphase vor 2013, welche die Bauwirtschaft an ihre Kapazitätgrenze geführt hatte, konnte bisher einen für die Baufirmen schmerzhaften Einschnitt abfedern. Die geplanten Bauvorhaben werden je nach Grössenordnung, Verlauf der Einsprachen oder Ausgang des politischen Prozesses bei öffentlichen Bauten zumeist innerhalb eines Zeitfensters von zwei Jahren realisiert. Schätzungsweise 10 % der Gesuche werden zudem nicht bewilligt oder zurückgezogen.

Ob die Talsohle bereits durchschritten ist, werden die kommenden Quartale zeigen. Noch deutet die Pipeline der geplanten Investitionen darauf hin, dass die Baukonjunktur 2016 flach bleiben wird. Immerhin zeichnet sich ab, dass die Bauwirtschaft nach einer Phase der partiell überhitzten Immobilienmärkte zu einer sanften Landung ansetzt. (ur)

Den ausführlichen Artikel lesen Sie im Baublatt 43 vom 23. Oktober.