Bau von Grosskraftwerk im Prättigau unsicher

Bau von Grosskraftwerk im Prättigau unsicher

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Nach der Verzögerung beim Mega-Pumpspeicherwerk Lago Bianco ist der Bau eines weiteren Grosskraftwerks von Repower unsicher: Die Realisierung des Wasserkraftwerks „Chlus“ im Prättigau gemäss Repower angesichts des gegenwärtigen Marktumfelds nicht gesichert.

Die energiewirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen machten die Umsetzung schwierig, heisst es dazu in der Medienmitteilung von Repower. Deshalb begrüsst der Energiekonzern die Bestrebungen auf eidgenössischer Ebene, die Probleme der Wasserkraft politisch anzugehen und nach Lösungen zu suchen. Gelinge ihm dies nicht, seien Kraftwerkprojekte wie „Chlus“ gefährdet, obwohl sie viel regulierbare erneuerbare Energie zu deutlich tieferen Kosten als die meisten geförderten Technologien bereitstellen könnten.

Das Projekt Chlus ist auf 350 Millionen Franken veranschlagt und laut Repower-Angaben das derzeit schweizweit grösste Wasserkraftvorhaben -  abgesehen von den Pumpspeicherwerken. Das Kraftwerk könnte 45'000 Haushalte mit Strom versorgen und in vier bis fünf Jahren gebaut werden. Laut Repower hat das Bundesamt für Energie das Projekt als national bedeutend eingestuft. Mit einer Produktion von jährlich 214 Gigawattstunden könnte das Kraftwerk elf Prozent zum Schweizer Wasserkraft-Ausbauziel beitragen.

Diskussionen in den Konzessionsgemeinden

Mit der Planung des Chlus-Wasserkraftwerks hatte Repower bereits 2007 begonnen. 2012 hatte man das Projekt überarbeitet und konzeptionell vereinfacht, ohne die Produktionserwartungen zu schmälern. Nun laufen die Diskussionen um die Konzessionserteilung: Ein Dutzend Konzessionsgemeinden im Prättigau werden in den nächsten Wochen die politischen Diskussionen führen und über das Konzessionsprojekt abstimmen. Die Gemeinden erhalten für die Erteilung der Konzession eine einmalige Gebühr, jährlich Wasserzinsen sowie Gratisenergie.

Die anstehenden Diskussionen und die Entscheidungen der Konzessionsgemeinden sind nach Einschätzung von Repower auch dazu geeignet, den Debatten um die künftige Rolle der Wasserkraft als wichtigste erneuerbare Energiequelle in der Schweiz zusätzliche Dynamik zu verleihen. (mai/sda)