Bau München: Leistungsschau der Bauwirtschaft

Bau München: Leistungsschau der Bauwirtschaft

Teaserbild-Quelle: Messe München

2250 Aussteller aus 45 Ländern zeigten an der Bau 2019 auf einer Fläche von 200 000 Quadratmetern ihre Produkte und Lösungen. 250 000 Besucher aus über 150 Ländern lockte die Messe an. Auf grosses Interesse stiessen das Digital Village und der neue Ausstellungsbereich zu Gebäudetechnologien und Licht.

Die 18 Messehallen waren bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht. Allein die Bauchemie und die Bauwerkzeuge belegten zwei komplette Hallen.
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Messe München

Die 18 Messehallen waren bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht. Allein die Bauchemie und die Bauwerkzeuge belegten zwei komplette Hallen.

Für sechs Tage blickte die Bauwelt nach München: Auf dem ausgedehnten Messegelände ging vom 14. bis zum 19. Januar die Bau 2019 über die Bühne. Sie wurde auch in diesem Jahr ihrer Reputation als Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme gerecht. Eines der grossen Themen an der Fachmesse war die Digitalisierung. Unter dem Motto «We connect, we maximize, we inspire» brachte das neu geschaffene Digital Village erstmals digitale Initiativen der Bauindustrie mit aktuellen Entwicklungen der Softwarebranche zusammen. Ausgewählte Start-ups erhielten die Möglichkeit, ihre Produkte und Geschäftsideen vorzustellen.

Neue Messe für digitales Bauen

Im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Bauwesen hat die Messe München an der Bau gemeinsam mit dem Bundesverband Bausoftware (BVBS) das neue Messekonzept der «digitalBau» vorgestellt. BVBS-Geschäftsführer Michael Fritz zeigte sich vom Erfolg der neuen Veranstaltung fest überzeugt: «Wir sehen einen hohen Bedarf bei allen Anbietern von digitalen Anwendungen, neben der überaus erfolgreichen Bau eine weitere Messe zu etablieren. Planer, Bauunternehmer und Handwerker müssen sich über die bevorstehenden Anforderungen informieren und dafür bieten wir mit der ‹digitalBau› eine hervorragende Möglichkeit.» Die neue Messe findet erstmals vom 11. bis zum 13. Februar 2020 in Köln statt.

Einen neuen Ausstellungsbereich sowie ein Leitthema der diesjährigen Bau bildeten Gebäudetechnologien und Licht. Im Mittelpunkt standen neben der Verknüpfung verschiedener Anwendungen in Wohnung, Haus und Büro auch die Einflüsse von Beleuchtung auf die Architektur. «Wir konnten vielen Architekten zeigen, dass unser übergreifendes Lösungsportfolio einen enormen Mehrwert bietet», sagte Adalbert Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Busch-Jaeger Elektro. «Die Zukunft ist digital, und daran arbeiten wir. Die Bau ist eine grossartige Plattform, um dies der Öffentlichkeit zu präsentieren.» Neben der Ausstellung bot die Bau 2019 wieder ein Rahmenprogramm aus Foren und Sonderschauen.

Messe-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer blickte sehr zufrieden auf die Bau zurück: «Das starke Besucherinteresse in den Bereichen Gebäudeautomation sowie Bau-IT zeigt, dass die Digitalisierung weiter Fahrt aufnimmt und endgültig in der Baubranche angekommen ist. Mit unseren Leitthemen zur Bau 2019 haben wir bereits im Vorfeld den Fokus auf den digitalen Wandel gelegt.»

Zufriedene Aussteller und Besucher

Auch die Aussteller zogen eine positive Bilanz: «Für die Aussteller war die Bau eine sehr erfolgreiche Messe», erklärte Dieter Schäfer, Vorsitzender des Ausstellerbeirats. «Einerseits haben Qualität und Internationalität der Besucher weiter zugenommen. Darüber hinaus hat die Messe München die erweiterte Ausstellungsfläche aus der Besucherperspektive belegt und somit die einzigartige Themenwelt der Bau weiterentwickelt.» In einer Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Gelszus bewerteten 97 Prozent der Aussteller die Messe mit ausgezeichnet bis gut. Ihr Leitmessecharakter wird von 95 Prozent anerkannt. 94 Prozent erteilten Bestnoten für die Qualität, 92 Prozent für die Internationalität der Besucher. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wurde von 94 Prozent der Aussteller mit ausgezeichnet bis gut beurteilt – an der Bau 2017 waren es 91 Prozent.

Erstmals 85 000 Besucher reisten aus dem Ausland an. An der Spitze standen auch diesmal Österreich, die Schweiz und Italien. Dank starker Zuwächse belegten die Russische Föderation mit über 4000 und China mit über 3500 Besuchern erstmals Platz vier und fünf. Cathrine Lee, Deputy General Manager Africa / Europe bei Kin Long, führte den Anstieg der Besucherzahlen aus China auf das Engagement der Bau zurück: «Die erfolgreiche ‹Fenestration Bau China› sorgt dafür, dass wir in diesem Jahr deutlich mehr Besucher aus Asien und besonders aus China an unserem Stand begrüssen durften.» Erstmals ist auch Israel unter den Top Ten der Besucherländer vertreten. Ein grosser Gemeinschaftsstand aus Israel bereicherte zudem die IT Halle.

Die Zufriedenheit der Besucher blieb stabil auf höchstem Niveau. Wie 2017 bewerteten 98 Prozent der Besucher die Bau mit ausgezeichnet bis gut, 97 Prozent wollen in zwei Jahren wiederkommen. Bestnoten vergaben die Besucher insbesondere für die Breite und Vollständigkeit des Messeangebots sowie für die Präsenz der Marktführer.

«Hohe Innovationskraft»

Eröffnet wurde die Bau von Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI). In seiner Rede betonte er den hohen Stellenwert sowohl der Baubranche als auch der Messe: «Die Bau 2019 ist die wichtigste Leistungsschau der deutschen und internationalen Bauwirtschaft. Hier zeigt die deutsche Baubranche ihre hohe Innovationskraft.» Nach einem Messerundgang eröffnete der Staatssekretär die BMI-Konferenz «Effizient, qualitätsvoll und digital – Wege in das Bauen von morgen». Die nächste Bau findet von 11. bis 16. Januar 2021 auf dem Gelände der Messe München statt.

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Redaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind politische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen sowie Themen der Raumentwicklung.

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