Basler Zoo zieht Einsprache zurück

Basler Zoo zieht Einsprache zurück

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Die Basler Regierung hat zur Neugestaltung des Gebiets Heuwaage und Nachtigallenwäldeli den Stadtteilrichtplan beschlossen und dem Grossen Rat die Zonenänderungen und Kredite beantragt. Zu reden geben dürften Heuwaage-Neubau und Erdbeergraben-Parking.
 
Den Bau eines Multiplexkinos auf der Heuwaage hatte das Volk 2003 massiv verworfen. Aus der "Bauchlandung" des Projekts habe die Verwaltung gelernt, sagte Baudirektor Hans-Peter Wessels am Mittwoch vor den Medien: Diesmal soll zuerst grundsätzlich geklärt werden, ob an dem Ort überhaupt ein Neubau zugelassen werden soll. Erst wenn diese Frage rechtskräftig bejaht ist, würden für ein Projekt weitere Schritte eingeleitet. Beantragt werden darum in der Vorlage zunächst eine Zonenänderung und ein Bebauungsplan, der die Nutzungsart fixiert. Für ein Projekt wäre später aber eine erneute Vorlage nötig, die städtebauliche Eckwerte und Nutzungsmass festlegt. Bis dahin werde "in keiner Weise vorweggenommen", welches Projekt dies allenfalls sein wird, sagte Wessels. Der Zoo Basel möchte dort ein Ozeanarium errichten und laut den Zoo-Verantwortlichen "so schnell als möglich" bauen, sobald dies möglich würde. Pläne für einen Neubau hat aber auch das Naturhistorische Museum. Die Vorlage entspricht im Übrigen weitgehend den 2008 aufgelegten Plänen. Sie soll die Voraussetzungen schaffen auch für den Neubau des Unterhaltungslokals "Kuppel", die Neugestaltung des Grünraums im Nachtigallenwäldeli und die Freilegung des Bachs Birsig an der Heuwaage. Zudem soll ein Parking unter dem Erdbeergraben eine Zoo-Erweiterung auf den heutigen Zolli-Parkplatz ermöglichen.
 
Für die neue "Kuppel" hatte schon in den Jahren 2001 und 2002 ein Projektwettbewerb stattgefunden; unter anderem die Abfuhr für das Multiplexkino verzögerte dann aber die Planung im gesamten Gebiet. Für ein Baurecht auf 30 Jahre liegt gemäss dem Baudepartement aber bereits eine teilweise Einigung vor. Unabhängig vom Entscheid über einen Heuwaage-Neubau wäre sodann die Offenlegung des Birsigs bis zum Auberg. Der ebenfalls geplante Teilabbruch eines Gebäudes am Ende der Heuwaage hängt indes davon ab, bis wann ein Ersatzstandort fürs Gassenzimmer gefunden wird. Das Erdbeergraben-Parking schliesslich hätte 350 Plätze gegenüber derzeit 160 Plätzen auf dem Zolli-Parkplatz.
 
Insgesamt beantragt die Vorlage fünf Grossratsbeschlüsse: zu Zonenänderungen und Bebauungsplänen für "Kuppel" und Heuwaage-Neubau, zu Krediten von rund 7,2 Mio. Fr. fürs Nachtigallenwäldeli sowie von 4 Mio. Fr. für den Birsig an der Heuwaage und zum Erdbeergraben-Parking. Gegen jeden einzelnen Beschluss wäre das Referendum möglich, sagte Wessels. Der Baudirektor zeigte sich aber zuversichtlich, dass keine Volksabstimmung nötig sei, da viele Seiten einbezogen worden seien und zur Neubau-Frage auf der Heuwaage ein zweistufiges Vorgehen vorgesehen sei. Seine bei der Planauflage erfolgte Einsprache zurückgezogen hat der Zoo, wie es zudem hiess. Der Zoo wollte sich seine einzige Ausbaumöglichkeit zum Nachtigallenwäldeli hin nicht verplanen lassen. In Verhandlungen habe man sich aber geeinigt, sagte Wessels. Weitere Einsprachen hatten das Erdbeergraben- Parking betroffen. (sda)