Basler Spital-Turm landet vor Gericht

Basler Spital-Turm landet vor Gericht

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Visualisierungen Maaars Architektur Visualisierungen

Der Heimatschutz Basel und die Freiwillige Denkmalpflege verzichten auf ein Referendum gegen den kürzlich genehmigten Bebauungsplan für den Basler Spital-Turm am Rand der Altstadt. Aber sie ziehen das Vorhaben vor Gericht.

Der Verzicht auf ein Referendum erfolge aufgrund einer umfassenden Situationsanalyse und der deutlichen Zustimmung des Grossen Rats zum Bebauungsplan, heisst es in einer Mitteilung. Die zwei Organisationen wollen das Projekt jedoch auf dem Rechtsweg anfechten und reichen gegen die Ablehnung ihrer Einsprachen Rekurs ans Appellationsgericht ein.

Heimatschutz und Freiwillige Denkmalpflege zeigen sich enttäuscht vom deutlichen Ja des Parlaments zum sogenannten Campus Gesundheit. Dieses nahm den Bebauungsplan trotz teils harscher Kritik im Vorfeld mit 75 zu 7 Stimmen an. Heimatschutz und Freiwillige Denkmalpflege finden, dass mit diesem Projekt einmal mehr die Denkmalschutzgesetzgebung des Kantons und das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz ignoriert werden. Denn das Spitalprojekt solle unmittelbar und zu nahe an hochrangige Baudenkmäler wie die Predigerkirche und den Markgräflerhof gebaut werden, monieren sie. Das sieht das Universitätsspital Basel anders. In einer Stellungnahme zum Ja des Grossen Rats heisst es, dass der Neubau auf die denkmalgeschützten Bauten gebührend Rücksicht nehme. Für beide Gebäude werde sogar eine Verbesserung gegenüber der jetzigen Situation erreicht. So werde der Abstand zur Predigerkirche gegenüber der heutigen Gebäudeflucht vergrössert, und der Markgräflerhof erhalte einen grosszügigeren Gartenraum und werde somit besser zur Geltung kommen als heute.

Das Siegerprojekt „Arcadia“ des Zürcher Architektenteams giuliani.hönger ag war aus einem zweistufigen anonymen Wettbewerb hervorgegangen. Geplant ist ein 60 Meter hoher Turm, der neben dem bestehenden Klinikum 2 errichtet wird. Dieses soll mit einem 20 Meter höheren Neubau ersetzt werden. Die zu erwartenden Kosten liegen zwischen 550 und 900 Millionen Franken. „Arcadia“ hat unter anderem deshalb gewonnen, weil der Tum bei laufendem Spitalbetrieb gebaut werden kann. (sda/mt)

Mehr Infos zum Campus Gesundheit finden Sie hier